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Exkursion zum Thema „Strukturwandel“ der Jahrgangsstufe 12

Der Sozialkundeleistungskurs nahm sich der Thematik „Restrukturierung“ an

Was ist Strukturwandel überhaupt? Was bewirkt er?

Ein Strukturwandel liegt dann vor, wenn der „Beitrag einzelner Wirtschaftsbereiche zum gesamtwirtschaftlichen Produktionsergebnis verhältnismäßig abnimmt, während der Anteil anderer Wirtschaftssektoren umgekehrt zunimmt“.

Er ist somit eine „mittel- bis langfristige Verschiebung des wirtschaftlichen Schwerpunkts“ von Landwirtschaft über die Industrie bis hin zum Dienstleistungsgewerbe.

Für den Strukturwandel hauptverantwortlich sind der globale Wettbewerb und vor allem der technische Fortschritt: Einhergehend mit dem technischen Fortschritt ist ein besseres Einkommen. Wenn die Grundbedürfnisse der Bürger befriedigt sind, bleibt mehr Geld für Servicegüter – also mehr Geld, um die Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Der Strukturwandel in Deutschland hat es zum Beispiel geschafft, mit dem wachsenden Dienstleistungssektor den Abbau der Land- und Bauwirtschaft abzufangen.

Strukturwandel ist aber ohne Politik nicht möglich. Man unterscheidet zwischen Strukturerhaltungspolitik, Strukturanpassungspolitik und Strukturgestaltungspolitik. Die Strukturerhaltungspolitik unterstützt existenzbedrohte Unternehmen oder Wirtschaftsbereiche, die erhalten werden sollen, finanziell. In Gegensatz dazu soll die Strukturanpassungspolitik die Anpassung an veränderte Wettbewerbsbedingungen fördern, um bruchartige Entwicklungen zu vermeiden. Die Strukturgestaltungspolitik schließlich dient der Verbesserung der Infrastruktur und fördert Unternehmensneugründungen u. a. in forschungs- und Technologieförderung.

Der Strukturwandel ist somit eine „unabdingbare Vorraussetzung für eine innovative und wohlhabende Gesellschaft“!

Der regionale Strukturwandel bezieht sich ausschließlich auf die Veränderungen der wirtschaftlichen Situation einer Region. Oft reicht schon die Schließung eines großen Unternehmens, um die wirtschaftliche Lage aus dem Gleichgewicht zu bringen. Einhergehend wird oft auch die Landschaft sichtbar verändert.

 

Ein Paradebeispiel für den regionalen Strukturwandel ist das Ruhrgebiet.

Der Strukturwandel vollzog sich dort durch den Niedergang des Bergbaus und der Stahlindustrie hin zum Zentrum für Hochtechnologie und Dienstleistung.

 


Um dieses Beispiel aus der Nähe betrachten zu können, fuhr die komplette Jahrgangstufe 12 gemeinsam am 18.08.2008 ins Ruhrgebiet.

Die erste Station war der Regionalverband Ruhr in Essen. Hier bekamen wir die ersten Informationen über das Ruhrgebiet in einem Film dargestellt. Außerdem trafen dort unsere Exkursionsführer auf uns, die uns den Tag über begleiteten.

Dann folgten die Stationen der Exkursion:

Unsere erste Station war die Zeche Zollverein. Diese wurde 1847 gegründet und gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Grund dafür war die hohe Produktivität zur damaligen Zeit. denn ihre Produktion lag bei 10000-12000 t/Tag, während andere Zechen ein Tagessoll von 3000t erreichten.


Eine weitere interessante Station zum Thema „Strukturwandel“, war der Phönix-See in Dortmund-Hörde. Auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerkes entsteht bis 2009 ein See. In Zukunft soll hier ein mediterranes Flair mit vielseitiger Gastronomie entstehen. Somit soll weiter der Dienstleistungssektor unter der Berücksichtigung des Naherholungsfaktors gestärkt werden. Eine Animation dieser Vision ist unter dem Link: www.phoenixdortmund.de zu finden.

Ein anderer Faktor im Fokus des Ruhrgebiets musste auch die Bildung werden, denn aus einer reinen Arbeitswelt im praktischen Bereich, mussten dienstleistungskompetente Fachkräfte werden. Also war ein weiterer Punkt in unserem Exkursionsablauf die Fortbildungsakademie in Herne. Diese Fortbildungsakademie steht auf dem Gelände der ehemaligen Zeche

Mont-Cenis, die komplett abgerissen worden ist. Tradition und Moderne sollten hier vereinigt werden. Das Gebäude der Fortbildungsakademie ist eine reine Glas-Holz-Konstruktion, auf der sich eine dachintegrierte Photovoltaikanlage befindet.



 

Eine weitere Besonderheit stellt das benachbarte Blockkraftheizwerk dar, welches kostenlos mit Grubengas (Methan) der ehemaligen Zeche betrieben wird. Das Blockkraftheizwerk versorgt heute ein Krankenhaus mit Energie. In der Vergangenheit wurde dieses Gas einfach „kalt“ abgefackelt, d.h. in die Atmosphäre abgelassen, da es permanent aus den Stollen der ehemaligen Zeche ausströmt. Dort konnte es dann als Treibhausgas dann wirksam werden. Die Energiegewinnung erfolgt heute also „sauber“ im Gegensatz zur Vergangenheit.

Alles in allem war es wohl eine eindrucksvolle Exkursion zum Thema „Strukturwandel“ in unserer Nähe!

Sabrina Oedingen und Chantal Reifert