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Der Tagebau Inden – Fluch oder Segen?

Am 23. Juni 2009 besuchten die Erdkundeleistungskurse EK1 und EK2 der Jahrgangsstufe 11 den Braunkohletagebau Inden, der sich zwischen Düsseldorf und Aachen befindet.

Zunächst fuhren wir in das Informationszentrum der RWE, das sich ganz in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler befand.




 

Dieses Kraftwerk wird direkt aus dem Tagebau Inden mit Braunkohle versorgt. Dort erfuhren wir die Ausmaße der Braunkohleförderung und die dadurch entstehenden Probleme. Die Jahresproduktion allein im Tagebau Inden, dem kleinsten der drei Tagebaue im Rheinischen Revier, beträgt ca. 20-25 Mio. Tonnen Braunkohle jährlich.

 




 

Entsprechend hoch sind dadurch auch die Emissionswerte des Kraftwerks Weisweiler in Höhe von 19,7 Mio. Tonnen CO2 allein im Jahr 2007. Ein weiteres Problem stellt die Absenkung des Grundwasserspiegels dar, da sich die Kohleflöze in dieser Region in einer Tiefe von 230 Metern unter NN befinden. Durch diese Grundwasserspiegelabsenkung können beispielsweise Feuchtgebiete trocken fallen und der natürliche Lebensraum von verschiedenen Tierarten zerstört werden. Das größte Problem mit dem Tagebau haben jedoch umliegende Dörfer und Städte, die sich im geplanten Abbaugebiet befinden. Mit der Ausweitung des Tagebaus auf der rechtlichen Grundlage von 2004 ist gleichzeitig die Umsiedlung von Dörfern verbunden. Das bedeutet, dass Menschen ihre alten Häuser zurücklassen müssen und in eine neue Region umziehen müssen. Mit diesen Umsiedlungsplänen sind aber nicht immer alle Menschen einverstanden. Doch, da das Gemeinwohl eine höhere Stellung als das Eigenwohl hat, werden diese Dörfer letztendlich doch noch umgesiedelt. Die leerstehenden Dörfer werden dann später abgerissen, damit die Braunkohle gefördert werden kann. Während wir eine solche „Geisterstadt“, wie den Ort Pier, welcher sich im geplanten Abbaugebiet befindet, durchfuhren, sahen wir leerstehende Kirchen, Kindergärten und verlassene und barrikadierte Häuser. Nach dem Besuch des Tagebaugebiets fuhren wir zu einem bereits rekultivierten Gebiet. Zu diesem Projekt der Rekultivierung gehört der große Blausteinsee, der mittlerweile zu einem Naherholungsgebiet geworden ist. In den Bereichen des ehemaligen Tagebaus Zukunft West und Inden wird aber auch landwirtschaftlich nutzbare Fläche neu geschaffen, indem der vorher abgetragene Lößboden wieder aufgeschüttet wird. So wurden bis 2006 von 3800 ha rekultivierter Gesamtfläche wieder 3100 ha für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Einen weiteren Stop machten wir am Ufer des Flusses Inde, welcher rund um den Tagebau umgelegt wurde, da er zuvor das geplante Abbaugebiet durchkreuzte und somit einen Störfaktor für den Braunkohleabbau dargestellt hätte, da er den Tagebau geflutet hätte. Durch diese Maßnahme verlängerte sich die Inde um ca. 12 km, was sich wiederum positiv nach Aussagen der RWE auf die Flora und Fauna in Ufernähe auswirkt. Naturschutzverbände wie z.B der BUND vertreten jedoch eine andere Meinung. Der Kunstfluss Inde könne die ökologischen Funktionen eines Fließgewässers nicht mehr vollständig erfüllen (vgl. BUND).

Das Markenzeichen des Tagebaus ist der „Indemann“ aus Stahl. Dieser kann in Miniaturformat schon jetzt auf der Aussichtsplattform bestaunt werden, und wird bald 16-mal so groß auf einer nahgelegenen Kuppel zum Betrachten und Begehen bereitstehen. Aufgrund der explodierenden Stahlpreise im vergangenen Jahr, musste der Bau des großen Indemanns vertagt werden, sodass seine Fertigstellung für das Jahr 2009/10 angesetzt wurde.

Alles in allem war die Exkursion für alle Beteiligten eine gelungene und informative Alternative zum theoretischen Schulalltag.

Quellen: www.bund-nrw.de ; www.poweron.ch

Alina Biesenbach (11B1), Lynn Ermtraud (11E1), Charleen Elberskirch (11Ek1)