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"Gefrierfleischorden 1942" - ein "Historisches Spiel" zum Thema "Zwang und Herrschaft" am MGL:

Am 9.02.2010 machten zwei Kurse der MSS13 eine Reise in die Vergangenheit, um genau zu sein, in die NS–Zeit. Auf Anregung eines Schülers erklärten sie sich dazu bereit, ein historisches Rollenspiel, welches den „Alltag“ in den Häftlingslagern wie z.B. der NS-Zeit oder der stalinistischen UdSSR thematisierte, zu durchlaufen.

Anfangs waren die meisten noch etwas misstrauisch und zweifelten an dem Sinn dieses Spieles, doch spätestens als der „Herr Hauptsturmführer“ mit seiner Uniform herein trat, hatte dieses ein Ende. Jeder der ca. 30 Schüler musste ein einheitliches T-Shirt anziehen und sich danach in eine Gruppe einordnen. In dieser musste man für die restlichen Stunden verbleiben und die meiste Zeit mit Stillstehen verbringen. In jeder der vier Gruppen wurde ein „Kapo“ bestimmt, welcher die Verantwortung für die Gruppe tragen musste. Und dann begann das Spiel eigentlich erst wirklich. Der Spielleiter stolzierte als “Hauptsturmführer”an den Gruppen vorbei und suchte sich dabei nach und nach Schüler heraus, die sich vorzustellen hatten und einige „leichte“ Aufgaben zu erledigen hatten. So mussten manche das Kinderlied „Alle meine Entchen“ vorsingen. Doch dieses in einem stillen Raum vor den restlichen Schülern zu tun, war für manchen eben keine „leichte“ Aufgabe. Zudem wurden einem die Aussagen im Mund verdreht, so dass sich so mancher um Mund und Kragen redete. Für eine „falsche“ Antwort wurde man dem entsprechend bestraft – durch Liegestütze oder Kniebeugen.




 

Doch wer dachte, dass dies schon Demütigung genug war, der hatte sich geirrt. Im Gleichschritt mussten alle Schüler bei 0° auf den Schulhof marschieren, wo sie sich vor der ganzen Schule zu präsentieren hatten. Das Gelächter der Mitschüler war dabei das geringste Übel, viel mehr war es die Kälte, die so manch einen zum „unerlaubten“ Zittern brachte. Bei dieser Situation waren es vor allem die Lehrer, die damit zu kämpfen hatten, das Rollenspiel nicht abzubrechen und die Schüler quasi von diesen „Qualen“ zu befreien. Doch das Spiel lief weiter und so kamen sie danach zur eigentlichen Aufgabe: Jede der vier Gruppen musste stillschweigend 25 „Gefrierfleisch – Orden“ -Nachbildungen von historischen Orden- herstellen. In mühevoller Arbeit gaben die Gruppen ihr bestes, doch der Lohn viel sehr gering aus: „Die Orden seien zu schlecht ausgearbeitet geworden“, war das Urteil des “Herrn Hauptsturmführers”, und so kam es, dass von den 100 herzustellenden Orden am Ende nur rund 30 den Anforderungen gerecht waren.

Am Ende wurde in einem Sitzkreis durch ein Feedback der Schüler ein fast einheitliches Resümee erfasst: „Durch das Spiel wurde trotz der Schwierigkeit eine greifbare, an die NS-Zeit angelehnte Atmosphäre simuliert. Grundlegende Verhaltensweisen und Gefühle, mit welchen sich die damaligen Häftlinge den NS-Druck standhalten mussten, konnten erahnt werden“

J. Niedeggen-Speich

 

Weitere Informationen gibt es [hier], auf einer Seite der Stadt Schwerte, die das Projekt gemeinsam mit dem Museumspädagogen Olaf Fabian-Knöpges ausgearbeitet hat.