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Monolog eines Schlägers


"Es gibt immer einen, der stärker ist als du": Julian Tejeda in "Softgun".

Das Junge Theater Bonn setzt sich in dem Klassenzimmerstück „Softgun“ mit Gewalt auseinander

Das war eine ungewöhnliche Art, Theater zu machen: Nicht wir gingen ins Theater, sondern das Theater kam zu uns in den Klassenraum! - Am 24./25. Juni 2010 besuchte das Junge Theater Bonn unsere Schule und präsentierte ein spannendes Monolog-Drama namens „Softgun“ – die Geschichte des gewalttätigen Jugendlichen Ed. Autor ist der schwedische Autor Mats Kjelbye.

Die Handlung beginnt mit der Rückkehr des inzwischen 22-jährigen Ed in den früheren Klassenraum seiner Schule. Bis vor kurzem war er im Gefängnis, läuft mit verbundenem Arm herum und erzählt nun seine Geschichte – nicht linear, sondern mit assoziativen Sprüngen, mal aggressiv und mal nachdenklich.

Angefangen hat alles mit einer Softgun. Mit 12 Jahren begeht Ed seine ersten gewalttätigen Handlungen, als er mit der Waffe an einem See auf zwei kleine Kinder schießt und ihren Schmerz und ihre Angst genießt. Dem Vater der beiden droht Eds Clique damit, wenn dieser sie anzeige, seinen älteren Sohn, einen ihrer Mitschüler, zu drangsalieren. Schon zu dieser Zeit ist Ed der Schmerz seiner Opfer gleichgültig, er beschreibt seine Gewalttaten als einen Rausch. – Im Alter von 18 Jahren fügt er mit seiner Clique einem durch Zufall ausgewählten Jungen erhebliche körperliche und seelische Schäden zu, sodass er zu einer Gefängnisstrafe von 4 Jahren verurteilt wird. In dieser Zeit beginnt er über seine Taten nachzudenken: „Es gibt immer einen, der stärker ist als du!“, lautet seine bittere Einsicht. Nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt rächen sich seine alten „Freunde“ für seinen Verrat; sie schlagen ihn in einer Unterführung brutal zusammen.

Der konzentrierte Blick des Schauspielers (Julian Tejeda) und seine spannende Art zu erzählen vermittelten uns als Zuschauern den glaubwürdigen Eindruck, dass Ed sich in einem inneren Zwiespalt befindet: Er ist ein brutaler und rücksichtsloser Schlägertyp, aber auch ein Jugendlicher wie wir mit echten, guten Gefühlen und alltäglichen Problemen. Er ist nicht nur Täter, sondern auch Opfer. Das hilft, ihn als Menschen zu sehen und sich vielleicht sogar mit ihm zu identifizieren.

Das Stück ist besonders für Jugendliche interessant, da Gewalt unter Jugendlichen heutzutage ein wichtiges Thema geworden ist. - Unsere Klasse zeigte sich beeindruckt und betroffen vom Schicksal des Jungen und kann das Stück daher nur weiterempfehlen.

Ingken Knöpfler und Maren Paegert (9c)