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Abi 2012 bringt Lebensqualität


v.l.n.r.: Bereichsleiter Albert Augustin, Geschäftsführer Dr. Alfred Marmann, Olaf Riemann, Anne Heumann, Christiane Stüber und Svenja Uthe bei der Spendenübergabe

Linz/Kettig. Gut gewirtschaftet hat der Abiturjahrgang 2012 des Martinus-Gymnasiums Linz. Nach den Abschlussfeierlichkeiten verblieb in der Kasse ein Betrag von 3.500 € und damit die Frage, was mit dem Geld geschehen solle?

Die eingehende Diskussion führte zum Beschluss sich mit den Mitteln sozial zu engagieren.

Eine Möglichkeit hierzu fanden die Abiturienten in der Facheinrichtung für schwerstmehrfach behinderte Menschen in Kettig. Hier wird mit dem Geld die Anschaffung eines speziellen Bettes unterstützt und führt für einen der Bewohner zu mehr Lebensqualität.

Drei Abiturientinnen waren kürzlich in der Einrichtung in Kettig zu Gast und wurden dort vom Geschäftsführer Dr. Alfred Marmann über die Verwendung des Geldes informiert, das nun zur Finanzierung des Spezialbettes eingesetzt wird.

Aufgrund einer Grunderkrankung, die unter anderem starke motorische Unruhe und Epilepsie beinhaltet, musste ein Bewohner seit einigen Jahren zum Schlafen stets mit einem Bauchgurt fixiert werden. Diese Fixierung war erforderlich um ein „Freistrampeln“ und ein Herausfallen aus dem Bett zu verhindern. Eine solche Fixierung ist bei Menschen mit Behinderung ein probates Mittel zum Schutz, wird immer nur wenn unbedingt notwendig praktiziert und stets auch nur dann, wenn hierfür eine amtsrichterliche Genehmigung schriftlich vorliegt. Eine solche Fixierung wird nur angewandt, wenn sie nicht zu umgehen ist. Sie schränkt den natürlichen Bewegungsdrang drastisch ein, es gibt die Gefahr von Druckstellen und überhaupt ist das Schlafen mit einem Gurt stets eine Einschränkung der Lebensqualität. Der Schlaf kann durch Gurte u.U. leicht und unruhig sein.

Der Bewohner wurde schon vor dem Einzug in die Facheinrichtung seit Jahren fixiert und man fragte sich nun seitens seiner Betreuer, wie es gelingen könnte, auf eine Fixierung zu verzichten und damit - ohne eine Gefährdung - die Lebensqualität des Bewohners zu steigern, seine Schlafqualität zu fördern. Das Motto: Wer ist während seines Aufenthaltes im Bett schon gerne angeschnallt?

Die üblichen Pflegebetten boten diese Perspektive nicht. Es entstand die Idee ein „Spezialbett“ anzuschaffen.

Auf einer Reha-Messe konnte ein geeignetes Bett gefunden werden. Der Kostenvoranschlag lag mit 8.500 € sehr hoch.

Da eine Krankenkasse nur das „Notwendige“ und nicht das „Wünschenswerte“ finanziert, war von dort keine Unterstützung zu erwarten, was nach einer Anfrage von dort auch prompt bestätigt wurde. Doch die Betreuer ließen sich nicht entmutigen. Es konnte zunächst der Förderverein der Einrichtung einbezogen werden, der sich bereit erklärte 50% der Kosten zu übernehmen; die Suche nach einem weiteren Sponsor begann.

Als der Abijahrgang 2012 von diesem konkreten Hilfebedarf erfahren hat, entstand sofort die Bereitschaft, die Abikasse sinnvoll zur Mitfinanzierung zu investieren. Bei der Überreichung des Geldes konnten sich die Abiturientinnen von dem zielführenden Einsatz des Geldes überzeugen. Sie besuchten den Bewohner in seiner Wohngruppe und konnten die Vorteile des neuen Bettes direkt in Augenschein nehmen:

  • Da die Randhöhe 60 cm beträgt ist keine Fixierung mehr nötig.
  • Die Seitenteile sind komplett aus Plexiglas, wodurch es dem behinderten Menschen ermöglicht wird seine Umwelt trotz des hohen Bettrandes wahrzunehmen.
  • Bei Bedarf kann das Bett rundherum mit Polsterteilen abgepolstert werden, um vor Verletzungen zu schützen.
  • Es ist eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter, da das Bett komplett höhenverstellbar und von beiden Seiten zugänglich ist.

Marmann führte aus: „Durch dieses Bett - es heißt „Emma“, weil dies die Modellbezeichnung der Fachfirma ist, was wir im Sinne von „gute Emma“ mit etwas „Gutmütigem, Wohlsorgendem“ verbinden - erreichen wir, dass unser Bewohner endlich ohne Fixierung schlafen kann. Er hat nur noch einen Schlafsack an, in dem er sich wohl fühlt und nicht auskühlt. Er schläft ruhiger und überwiegend in seiner bevorzugten Schlafposition. Mit diesem Bett wurde seine Lebensqualität sehr verbessert.“

Stellvertretend für den schwerstmehrfach behinderten Bewohner dankten Marmann und das Mitarbeiterteam den Abiturientinnen für deren soziales Engagement. Die interessierten Besucher zogen ihr persönliches Fazit: „Viel Geld für ein Bett aber in Anbetracht der dazu gewonnenen Lebensqualität: eine richtige und wichtige Hilfe.“