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Ruhrgebiets-Exkursion 2012

Am Mittwoch, dem 20.06.2012 unternahmen die beiden Erdkunde-Leistungskurse der Jahrgangsstufe 11 eine Exkursion in das Ruhrgebiet, um sich dort vor Ort mit dem Strukturwandel des Ruhrgebiets zu befassen, der auch schon thematisch im Unterricht besprochen wurde.

Die erste Station dieses Ausfluges sollte Essen sein, wo wir um ca. 10 Uhr ankamen und zunächst im Regionalverband Ruhr Essen (RVR) von unseren Referenten empfangen wurden.



Der RVR ist ein Zweckverband, der die Interessen der kreisfreien Städte und Kreise koordiniert. Seine Aufgaben sind z.B. die Erfassung von kartografischen Daten sowie die Vermarktung des Ruhrgebietes als Freizeitraum. Anhand einer Wandkarte gab uns einer der Referenten einige Einblicke über das gesamte Ruhrgebiet, zum Beispiel, dass das Ruhrgebiet in 11 kreisfreie Städte aufgeteilt ist und mit einer Einwohnerzahl von ungefähr 5 Millionen Menschen und einer Fläche von 4434 km² die größte Agglomeration Deutschlands ist.



Zudem informierte er uns über den Tagesablauf, der so aussah, dass wir mit dem Bus durch die verschiedenen Städte fuhren und dabei beispielhaft die Veränderungen von damals zu heute erklärt bekamen, die vor allem durch die Montankrise Ende der 1950er Jahre hervorgerufen wurden, welche viele Entlassungen von Arbeitnehmern im Bergbau zur Folge hatte.

Die somit beginnende Umstrukturierung zum Dienstleistungssektor zeigt vor allem das größte Stahl- und Technologieunternehmen ThyssenKrupp, welches auch einen Standort in Essen hat. Da es für das Unternehmen nicht möglich war, sich an dem vorigen Standort Düsseldorf zu erweitern und in Essen Brachland zur Verfügung stand, siedelte es um, weswegen dort heute das ThyssenKrupp Hauptquartier ist.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir unseren ersten Besichtigungspunkt, die Zeche Zollverein, die bis 1986 in Betrieb war. 1993 schloss dann auch die Kokerei. Es handelt sich hierbei ursprünglich um die größte Zeche des Ruhrgebietes. Dieses Industriedenkmal und heutige UNESCO-Welterbe (seit 2001) besichtigten wir und wurden über Lage, Geschichte und über den Wandel zur Industriekulturstätte informiert. Die Besichtigung ist heute nur möglich, da damals das Motto „Erhalt durch Umnutzung“ (vgl. www.zollverein.de, Zugriff 19.08.2012) geprägt worden ist. Der Erfolg dieses Mottos spiegelt sich in den Tourismuszahlen wieder. Während 1998 40.000 Touristen diesen Ort besuchten, steigerte sich diese Touristenzahl bis 2010 auf über 2,2 Mil. Besucher (vgl. www.zollverein.de, Zugriff 19.08.2012).

 



Anschließend ging es mit dem Bus weiter, vorbei am Zechengelände Carl, welches einst ein Steinkohle -Bergwerk war, zum Kulturzentrum umgebaut wurde und heute unter Denkmalschutz steht.

Darauffolgend besichtigten wir die Schurenbachhalde, von wo man eine großartige Sicht auf das gesamte Ruhrgebiet hatte. So sahen wir zum Beispiel als markante Punkte den Tetraeder in Bottrop und die Veltins-Arena in Gelsenkirchen-Schalke.

 



Weiter ging es mit dem Bus durch Bottrop, vorbei an gut erhaltenen Häusern der ehemaligen Arbeitersiedlung und entlang der Emscher, wobei Teile des Emscherflusssystems aufgrund der Industrialisierung in offen geführte Abwasserkanäle umgewandelt wurden. Die Abwasserbeseitigung von Industrie und Menschen war eines der damaligen zentralen Probleme. Dazu wurde die Emschergenossenschaft 1899 gegründet. Diese Genossenschaft ist seit dem für die kontrollierte Entwässerung des Ruhrgebietes zuständig. Im Zuge des Naturschutzes steht heute aber auch die Renaturierung des Emscherflusssystems auf dem Programm.

Zur Mittagspause fuhren wir anschließend in das Einkaufszentrum „Centro“ nach Oberhausen. Wo damals Stahlöfen vor Hitze kochten, sorgen heute zahlreiche Geschäfte und Fastfoodketten für das Wohl der Besucher. Das Centro wurde nach amerikanischem Stil einer Shopping-Mall gebaut und ist mit 70.000 m2 Verkaufsfläche eines der zwölf größten Einkaufs- und Freizeitzentren in Deutschland. Es steht als Zeichen für den Strukturwandel – die Umstrukturierung zum Dienstleistungssektor. Dort hatten wir Zeit, etwas zu speisen und die Einkaufmöglichkeiten zu nutzen, bis es mit dem Bus zum Landschaftspark Duisburg-Nord ging. Dieses Gelände ist heute ein Park, der durch die IBA, die Internationale Bauausstellung, um ein stillgelegtes Hüttenwerk entstand. Damals wurde dort in fünf Hochöfen Roheisen produziert, doch durch eine Überproduktion an Roheisen auf dem Weltmarkt wurden diese nach und nach stillgelegt und somit modifiziert. Heute ist dieses Gelände für jeden zugänglich und auch wir hatten die Möglichkeit, hinauf zu den stillgelegten Hochöfen zu steigen und uns somit einen Eindruck über die damals vorherrschenden Arbeitsbedingungen zu verschaffen. Der dazugehörige Gasometer wird heute als Tauchbecken für Tauchsportvereine genutzt.






Die letzte Station der Exkursion war der Duisburger Innenhafen. 1993 feierte der Innenhafen 100-jähriges Bestehen. Auch hier wurde seit 1990 ebenfalls eine Industriebrache wieder neubelebt. Dort erfuhren wir interessante Dinge über die Marina Duisburg, einem Yachthafen in Duisburg, an welchem wir vorbei fuhren. Die ehemaligen Speichergebäude wurden saniert einer Neunutzung zugeführt. Somit konnten ca. 4000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, z.B. im gastronomischen Bereich (www.innenhafen-duisburg.de, Zugriff 17.08.2012).

Nachdem die Referenten wieder zurück zum Regionalverband Ruhr Essen zurückgebracht worden sind, fuhren wir um ungefähr 16 Uhr mit dem Bus nach Hause und ein erlebnis- und lehrreicher Tag endete.

von Angelina Bartel, Judith Hillen und Marie Hennig