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Bericht über unsere Aufenthalte an der Partnerschule Shambyu , Namibia 2015 und 2016

Liebe Freunde und Unterstützer des Namibia-Projektes,

zurück aus Namibia möchten wir allen „MGLs", d.h. allen Schülerinnen und Schülern, dem Kollegium, den Elternvertretern und besonders der Schulleitung für die großartige Unterstützung danken. Gerne berichten wir von unseren letzten Reisen an die Partnerschule und darüber, wie die Spenden verwendet wurden.

Wir waren im Mai 2015 zu Beginn des 2. Trimesters für zwei Wochen vor Ort, um die Partnerschule des MGL, die SchülerInnen an der Schule und in den Heimen zu unterstützen.

In Shambyu wurden wir freudig begrüßt, offizielle Zeremonien bleiben uns fortan erspart, da wir ja spätestens seit dem zweiwöchigen Aufenthalt der Lehrer hier in Deutschland „zur Familie“ gehören…

 



Schulleiterin Emilie Kalomoh berichtete von großen Problemen. Wie bekannt, stammen die Schüler aus der unmittelbaren, sehr ländlichen Umgebung oder wohnen im Schülerheim in der Mission, weil ihr Dorf weit abseits von Straße und Fluss liegt. Die Eltern haben oft keine Ausbildung und keine Arbeit und leben von dem Ertrag der Felder in ihren Dörfern. Die letzten Regenzeiten fielen sehr schwach aus und viele konnten kaum Mais und Hirse ernten. Viele SchülerInnen sind auf die Schulspeise angewiesen, die ja dank der MGL-Spende in 2013 nicht mehr in verrosteten Fässern, sondern in großen sauberen Töpfen zubereitet wird.




Die Schule kämpfte im ersten Term mit einem überdurchschnittlichen Ausfall von Lehrkräften durch Krankheit, Mutterschaftsurlaub und die sehr spontane Versetzungspolitik des Erziehungsministeriums. Wir hatten nach gemeinsamer Absprache ja bereits zu Beginn des Jahres 2015 einen Betrag von 500,00 € für die zusätzlichen Kosten, die durch Aushilfslehrer entstehen und nicht durch das Ministerium gedeckt sind, nach Shambyu überwiesen. Den Eingang dieses Betrages habe ich anhand des Kontoauszuges überprüft, entsprechende Abrechnungen mit den Aushilfslehrern wurden mir übergeben.

Außerdem hatte Schulleiterin Emilie Kalomoh gebeten, den Kauf eines Kopierers zu unterstützen. Vor Ort haben wir gemeinsam mit dem verantwortlichen Lehrer Mr. Ortmann den „Markt sondiert“, der in Rundu, immerhin zweitgrößte Stadt Namibias, recht überschaubar ist. So konnten wir einen kompetenten Händler für Markenkopierer ausfindig machen. Wir einigten uns auf ein einfaches Modell, das aber den Ansprüchen der Schule angemessen ist. Auch für diese Anschaffung hatten wir im Vorfeld 1.500 € auf das Bankkonto der Schule überwiesen und den Eingang vor Ort nachgeprüft. So konnte die Schule, die ebenfalls ein Budget für diese Anschaffung gebildet hatte, mit einem Teil dieses Geldes den Kopierer finanzieren und sich auf Jahre den Wartungsservice leisten, der uns wegen der örtlichen Gegebenheiten (Sand, Staub durch große Trockenheit) sinnvoll erschien.

Unter diesen Gegebenheiten leidet auch der in 2014 eingerichtete Computerraum. Der sogenannte Switch, der die 10 Computer mit dem Internet verbindet fiel bereits Staub und Hitze zum Opfer und musste ersetzt werden. Mit Mr. Ortmann haben wir gemeinsam ein kleines Team zusammengestellt, das sich um die Reinigung, die Reparatur und die Pflege der Computer kümmern soll. Wir haben immer wieder betont, wie wichtig es der Partnerschule ist, dass sich die SchülerInnen per Email verständigen können. Aber das ist noch ein langer Weg. Es stehen kaum Stunden für Computerunterricht zur Verfügung. Der Stundenplan der SchülerInnen ist vollgestopft mit Vorbereitungen für die zahlreichen Tests und die Examen am Ende jedes Terms. Unsere SchülerInnen würden wohl rebellieren, wenn sie ein solches Pensum an Prüfungen absolvieren müssten. Dennoch ist das Ergebnis unbefriedigend. Knapp 50% der SchülerInnen bestehen die Prüfungen am Jahresende nicht und können nicht versetzt werden.

Aber es gibt auch besonders gute SchülerInnen. Zwei Schüler der 7. und 10. Klasse wurden für ihre hervorragenden schulischen Leistungen belohnt. Eine Schülerin der 7.Klasse für ihre hervorragende sportliche Leistung. Sie nimmt an den nationalen Leichtathletikmeisterschaften teil und hat bereits die Endrunde zur Teilnahme an einer Meisterschaft in Südafrika erreicht. Sie läuft 10000m unter 30 Minuten. Die drei wurden für ihre guten Leistungen mit einem Ausflug in den Mahango Nationalpark belohnt, durchgeführt durch meinen Mann und begleitet von der deutschen Volontärin. Antilopen, Wasserbüffel, Giraffen und Elefanten gaben sich die Ehre, aber Löwen, Geparden und Leoparden hielten sich leider im Hintergrund…



Außerhalb des MGL Budgets haben wir mit Spenden zahlreiche Schuluniformen finanziert, Hostel- und Schulgebühren übernommen, einige Lampen in den Hostels repariert oder ersetzt und Lautsprecher als Zubehör für den Digitalprojektor angeschafft. Diese wurden an den Sonntagabenden beim „Heimkino“ im Hostel eingesetzt. Nachdem der Maisbrei von den Tischen geräumt wurde, gab es „Lion King“ und „Dschungelbuch“ in der Dining Hall – ein Riesenspaß, nicht nur für die jüngeren SchülerInnen.



Danke, dass ich im Juli letzten Jahres den 8. Klassen nochmals Briefe, Bilder und Eindrücke aus Shambyu überbringen konnte.

Im vergangenen Herbst haben wir die „neue Runde“ Schulpartnerschaft am MGL gestartet. Die SchülerInnen waren sehr aufmerksam und motiviert am Tag der Offenen Tür ihre Partnerschule zu unterstützen. Als ich im Januar dieses Jahres zum Aufnehmen der Videobotschaft nach Namibia kam, waren alle gut vorbereitet. Eine 8. Klasse führte uns und somit die namibischen PartnerschülerInnen durch die Schule, eine Klasse hatte einen Tanz und zwei weitere ein Lied einstudiert. Mit diesem Video und zahlreichen Briefen, sowie einem Sehtestgerät im Gepäck ging es vor 3 Wochen dann erneut nach Shambyu.

Dort hatte sich nach langem Warten endlich der Regen eingestellt, der Mais steht kniehoch und es muss noch einige Wochen regnen, damit die Ernte sicher ist. Schule und Hostel sind überfüllt. Zwar sind die Schülerzahlen am Jahresanfang immer deutlich höher, weil viele unterjährig die Schule verlassen, doch in diesem Jahr ist es extrem. Emilie Kalomoh erklärte mir, dass der Staat seit diesem Jahr keine Schulgebühren mehr verlange, auch nicht für die 8. Klassen aufwärts. Außerdem würden auf dem Land einige Schulen wegen Lehrermangel geschlossen. Das ist bedenklich, da die Geburtenrate in Namibia nach wie vor sehr hoch ist. 2009 standen den knapp 700 SchülerInnen noch 23 LehrerInnen gegenüber, heute werden die 830 SchülerInnen von nur 24 LehrerInnen unterrichtet.

Da für die 8. und 9. Klassen kein Lehrer im Prüfungsfach „Entrepreneurship“ seit Beginn des Jahres verfügbar ist und ich mich vor 3 Jahren intensiver mit diesem Fach beschäftigt habe, bin ich als Volontär eingesprungen und habe mich im Unterrichten versucht. Das war eine besondere Erfahrung, zumal ich auf engstem Raum einer Klasse von 50 (!) SchülerInnen gegenüber stand.

An den Nachmittagen haben wir mit den Sehtests begonnen. Das aus Deutschland mitgebrachte Gerät ist geeignet, um die SchülerInnen der Klassen 8 aufwärts zu testen. Für die jüngeren SchülerInnen benötigen wir zukünftig eine andere Testmöglichkeit. Doch erst einmal werden Mr. Intja und Mr. Sitchi die 9. und 10. Klassen testen und alle auffälligen SchülerInnen ins Hospital nach Rundu bringen, wo sie professionell untersucht werden. Wenn das Hospital eine Brille empfiehlt, werden die SchülerInnen an einen Optiker verwiesen. Es gibt inzwischen zwei Optiker in Rundu. Einer kam uns sehr entgegen und ist an einer Zusammenarbeit interessiert. Brille und Gläser müssen zu 100% selbst finanziert werden. Damit beantwortet sich die Frage, warum nur einer von 800 Schülern eine Brille trägt, fast von selbst. Wir haben ein kleines Budget für den Anfang auf dem Schulfonds hinterlegt, ohne Eigenbeteiligung der Eltern wird das Projekt nicht durchführbar sein.

Die neue Erziehungsministerin in Namibia hat neben dem Erlass der Schulgebühren auch weitreichende Reformen angekündigt, die die einzelnen Fächer betreffen. Dies hat zur Folge, dass es gerade in den 7. Klassen zu einem extremen Schulbuchmangel kommt. Die Rückfrage beim Regional Office in Rundu, das für die Verteilung der Schulbücher zuständig ist, ergab keinen positiven Bescheid. So wird die Spende in diesem Jahr in Schulbücher für die 7. Klassen investiert. Wieder wurde deutlich, dass wir gut damit fahren, vor Ort Entscheidungen zu treffen, als von Deutschland aus auf die Planung der Spendenverwendung zu drängen. Erst jetzt, 6 Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres, ist erkennbar, wo der größte Bedarf liegt und wir können entsprechend unterstützen.

Danke, dass Sie/ Ihr alle durch Euer Engagement und Eure Spende diese vielfache und individuelle Hilfe möglich macht! Die Unterstützung durch die SchülerInnen des Martinus-Gymnasium Linz wird in Shambyu immer wieder gelobt. Das MGL ist ein zuverlässiger Partner und Freund geworden!

Herzliche Grüße

Ihre/Eure Rita Kurth