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Darstellendes Spiel Grundkurs
Ziele

Der DS-Unterricht hat die Entwicklung einer umfassenden produktions- und rezeptionsorientierten theaterästhetischen Handlungskompetenz zum Ziel. Es geht also darum, szenische Gestaltungsaufgaben kreativ zu lösen (produktionsorientiert) und entstandene eigene und fremde Lösungen zu verstehen und zu reflektieren (rezeptionsorientiert).

Fachspezifische Kompetenzen lassen sich unterscheiden in vier Ebenen:

- Auf der Sachebene geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler über grundlegende Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten verfügen, die zur Verwirklichung und zum Verstehen eigener und fremder Gestaltungsanliegen benötigt werden.

- Auf der Gestaltungsebene verwenden die Schülerinnen und Schüler theatrale Mittel gezielt und reflektiert zur Lösung szenischer Gestaltungsaufgaben und erkennen sie in Aufführungen.

- Auf der Kommunikativen Ebene geht es darum, Theateraufführungen als kommunikative Akte zu begreifen und sie deuten, reflektieren und beurteilen zu können.

- Auf der Soziokulturellen Ebene reflektieren die Schülerinnen und Schüler die gesellschaftlich-kulturelle Bedeutung von Theater in der Vergangenheit und Gegenwart.

  
Inhalte

"Ein Mann geht durch einen Raum, während ihm ein anderer zusieht, das ist alles, was für eine Theateraufführung notwendig ist." Peter Brook

Ausgehend von dieser Grunddefinition kann man sagen, dass es im DS-Unterricht darum geht, wie und mit welchen Mitteln ein Darsteller auf der Bühne Bedeutung herstellt und wie die Bedeutung vom Zuschauer während (oder nach) der Aufführung dekodiert wird. Intention und Bedeutung müssen dabei nicht unbedingt immer übereinstimmen… Auf den Kern des Unterrichts bezogen ergeben sich folgende Inhalte:

- Die theatralen Ausdrucksträger (Darsteller: Mimik, Gestik, Proxemik, Maske, Kostüm; Raum: Bühnenbild, Licht, Requisite; akustische Zeichen: Sprache, Musik, Geräusche) – Die Schülerinnen und Schüler werden nach und nach im Verlauf der Halbjahre die Möglichkeiten sämtlicher Ausdrucksträger praktisch erproben.

- Die Inszenierung als Prozess und Ergebnis theaterästhetischer Komposition (Zusammenspiel der Ausdrucksträger, Rollengestaltung, theaterspezifische Techniken und Gestaltungsmittel, neue Medien als Gestaltungsmittel, Dramaturgie) – Hier geht es darum, die erlernten Ausdrucksträger sinnvoll in eigene Inszenierungskonzepte zu integrieren. In diesem Zusammenhang werden auch Theater- und Schauspieltheorien (Aristoteles, Lessing, Brecht, Stanisklawski, Artaud, Boal, Wilson usw.) sowie ältere oder fremde Theaterformen (japanisches No-Theater, Pantomime) erarbeitet und praktisch erprobt.

- Die Aufführung als performatives Ereignis (Während die Inszenierung die Grundlage einer Aufführung ist, wird sie aber erst in der Aufführung umgesetzt; jede einzelne Aufführung ist damit ein einmaliges Ereignis). – Neben der Reflektion eigener theatraler Produkte stehen auch regelmäßige Theaterbesuche (mind. 1x pro Halbjahr) auf dem Programm, die im Unterricht vor- und nachbearbeitet werden.

- In diesem Rahmen eingebettet sind immer auch Elemente der Theaterkunde – Theaterkunde umfasst Kenntnisse der Geschichte des Theaters (z.B. Antikes Theater, Theater des Naturalismus, Episches Theater) sowie der Theorie des Theaters (z.B. Brecht, Artaud, Wilson) und der Theorie des Schauspielers (z.B. Stanislawskij, Brecht) auch über den europäischen Rahmen hinaus (z.B. Nô-Theater, Peking-Oper).

In der Praxis heißt das, dass der Fokus auf der Erarbeitung und Reflexion von eigenen theatralen Produkten liegt. Im Unterricht geschieht dies in Form von kurzen Szenen. Im Verlauf der Jahrgangsstufe zwölf ist im Übrigen die Erarbeitung einer längeren, abendfüllenden Inszenierung vorgesehen, die am Ende des Schuljahres aufgeführt wird.

  
Unterrichtsmethoden Theateraufführungen sind so gut wie immer Ensembleleistungen. Daher ist auch im Fach DS die Gruppenarbeit die bei Weitem überwiegende Sozialform. In Kleingruppen werden Gestaltungsaufgaben bearbeitet und vor dem gesamten Kurs präsentiert. Des Weiteren ist der DS-Unterricht handlungsorientiert. Da es um Handlungskompetenz geht und quasi jede Lernaktivität auf die praktisch-gestalterische Erarbeitung und Umsetzung kleiner Aufführungen zielt, verbietet es sich Ausdrucksmittel oder Theatertheorien lediglich theoretisch zu besprechen, ohne sie praktisch zu erproben.Gleichwohl gibt es natürlich auch einen gewissen Anteil theoretischer (Vor-)Arbeit an Texten.
  
Leistungsnachweise

Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in der laufenden Arbeit des Grundkurses DS teilen sich in eine Kursarbeit und Sonstige Leistungen. Die Kursarbeit fließt im Verhältnis 1:2 zu den Sonstigen Leistungen in die Gesamtnote des Halbjahres ein

Die Dauer einer Kursarbeit beträgt ein bis zwei Unterrichtsstunden. Wenn die Kursarbeit einen spielpraktischen Anteil (s. typische Aufgabenstellungen) enthält, kann es notwendig sein, diesen in zusätzlichen Unterrichtsstunden durchzuführen

  
Abiturprüfung

Im Fach DS kann eine mündliche Abiturprüfung abgelegt werden. Diese kann wie eine Kursarbeit einen schriftlichen oder spielpraktischen Schwerpunkt haben.

  
Arbeitsbelastung

DS ist kein „normales“ Schulfach, sondern ermöglicht es den Teilnehmern, ganz besondere Momente auf der Bühne zu erleben; dazu fordert es allerdings auch zu bestimmten Zeiten wesentlich mehr Einsatz als ein herkömmliches Schulfach.

Im Unterricht überwiegen praktische Übungen und die Voraussetzung dafür ist, sich kontinuierlich einzubringen. Das ist für das Fach DS besonders zu betonen, da Leistungen meist als Gruppenleistung ermittelt wird, und somit ein Schülerinnen und Schüler, der sich nicht voll einbringt, zu einer Verschlechterung der Leistung der anderen Gruppenteilnehmer führt.

Besonders dringlich ist dies, wenn eine Aufführung bevorsteht. In diesem Fall werden Sonderproben auch außerhalb der Schulzeit stattfinden (z.B. am Wochenende), für die absolute Teilnahmepflicht besteht.

Außerdem werden im Lauf des Schuljahres mehrere Theateraufführungen im Rahmen offizieller Schulveranstaltungen besucht, für die Teilnahmepflicht besteht, was im Zweifelsfall bedeutet, dass private Termine abgesagt werden müssen.

  
typische Aufgabenstellung als Beispiel

Die zentrale und wichtigste Aufgabenart im Unterricht ist die szenische Gestaltungsaufgabe. Im Unterricht erarbeitete Inhalte (z.B. Einsatz von Requisiten, historische Theaterformen oder Schauspieltheorien) werden in szenischen Kurzformen anhand von Textvorlagen unmittelbar umgesetzt.

Kursarbeiten können einen (a) schriftlichen oder auch (b) spielpraktischen Schwerpunkt haben und enthalten ansonsten immer die folgenden Aufgabenarten: Eine gestalterische Aufgabe (spielpraktisch oder schriftlich konzeptionell), eine reflektierende Aufgabe, bei der eigene Lösungswege kommentiert werden, und eine Aufgabe, die soziokulturelles Wissen erfordert (z.B. im Rahmen einer Kursarbeit zum Thema „Kostüm“: Erläutere das Sprichwort „Kleider machen Leute“).

(a) Im Mittelpunkt steht hier die schriftliche Ausarbeitung einer szenischen Gestaltungsaufgabe inkl. einer Reflektion.
Textvorlage
A: Ja, dann wollen wir mal!
B: Was ist?
A: Es geht nicht!
B: Aber das letzte Mal ging es doch noch.
A: Ja.
B: Du kannst einem richtig, die Stimmung verderben.

Aufgabe
- Erarbeite zum vorliegenden Text einen Inszenierungsvorschlag, der in sich schlüssig ist und damit die folgenden Fragen beantwortet (Zu den Figuren: Wer sind die Personen? Wie sind sie charakterisiert? Wie stehen sie zueinander?; Zur Handlung: Was geschieht? Welche Handlung entwickelt sich? Wo und wann spielt die Szene?; Intention: Welche Deutung/welche Aussage soll dem Zuschauer durch das Aufführen der Szene nahegelegt werden?

- Verfasse Regieanweisungen zum vorliegenden Text, die dein szenisches Konzept im Einzelnen verdeutlichen (Bühne, räumliche Situation, Mimik, Gestik, Stimmung).

(b) Setzt die Klausur einen spielpraktischen Schwerpunkt, kann z.B. in einer Gruppe eine Choreographie mit einem Requisit erarbeitet werden.

Aufgabe

Entwickelt eine Choreographie mit dem Requisit Handy.
- Diese Choreographie soll etwas über die Bedeutung von Handys in unsere Gesellschaft aussagen.
- Verwendet dabei drei der choreographischen Techniken, mit denen wir uns beschäftigt haben (simultanes Handeln, Domino, Spiegel, Schatten).
- Jeder von euch sollte ein kleines Solo haben.