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Geschichts-Exkursion zur Gedenkstätte Hadamar bei Limburg


Die Klassen 10a und 10c besichtigen die ehemalige NS-„Euthanasie“-Anstalt

Im Rahmen des Faches Geschichte unternahmen die Klassen 10 a (Herr Walker) und 10c (Frau Charlier) vor den Herbstferien eine weitere Gedenkstätten-Fahrt. Dieses Mal besuchten wir die ehemalige NS-Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg, wo zur Zeit des Zweiten Weltkrieges um die 15.000 Menschen gezielt ums Leben kamen. Die Tötungen fanden statt im Zusammenhang mit dem NS-„Euthanasie“-Programm. In der ersten Phase von Januar bis August 1941 sind an diesem Ort über 10.000 psychisch Kranke und geistig behinderte Menschen in einer Gaskammer mit Kohlenmonoxyd vergiftet worden. Nach dem Protest des damaligen katholischen Bischofs von Münster, Kardinal von Galen, der in seinen Predigten 1941 die Verbrechen der Nationalsozialisten mutig beim Namen nannte, wurden die Tötungen seitens des Regimes kurzfristig eingestellt. Ab 1942 gingen die Morde mit anderen Mitteln weiter. In Hadamar wurden dann Kranke und Behinderte mit Überdosen von Schlaf- und Beruhigungsmitteln vergiftet. Dieser zweiten Phase fielen noch einmal fast 5000 Menschen zum Opfer.

Der Exkursion ging eine längere Vorbereitung im Geschichtsunterricht der 10a und 10c voraus. Vor Ort erhielten die Schülerinnen und Schüler vertiefende Informationen von Seiten zweier Gedenkstätten-Pädagoginnen. Anschließend schritten wir den Weg nach, den die Opfer von der Busgarage über die Gänge der Klinik bis in die Gaskammer im Keller gehen mussten. Von den nahegelegenen Krematoriumsöfen sind Fundamentreste und technische Vorrichtungen in der Decke noch deutlich erkennbar. Ebenso befindet sich an Ort und Stelle ein Seziertisch: Nach der Ermordung in der als Duschraum getarnten Gaskammer wurden manchen Leichen die Gehirne zu „Forschungszwecken“ entnommen. Auch Goldzähne wurden den Opfern herausgebrochen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gerieten die Räumlichkeiten lange in Vergessenheit und sie wurden als Abstellkammern benutzt. Erst in den 1980er Jahren begann die wissenschaftliche Aufarbeitung im Sinne einer historischen Gedenkstätte. Deren Ergebnis ist u. a. die Dauerausstellung mit dem Titel „Verlegt nach Hadamar“, die zu festen Öffnungszeiten auch privat besucht werden kann.

Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gedenkstätte für die sehr gute pädagogische Betreuung. Dank der Führungen wurde allen Teilnehmern das Grauen der nationalsozialistischen Rassenideologie vor Augen gestellt.

S. Walker

Die Fotos zeigen die Dauerausstellung sowie die ehemalige Gaskammer und den Kellerflur der Gedenkstätte Hadamar.