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„Die Macht der Sprache“


Slam-Poet BAS Böttcher zu Gast am Martinus-Gymnasium Linz.

Eine interaktive Lesung

Die Schüler der Deutschkurse MSS 11 und 12 sind begeistert: „Beeindruckend, wie BAS Böttcher mit den Wörtern spielen kann!“ – „Toll, wie sauber er artikuliert! Seine Verse sind wie Zungenbrecher, aber er hat sich nicht ein einziges Mal versprochen!“ – „Wie kann jemand nur so gut improvisieren? Der hat sein Lyrik-Programm 90 Minuten auswendig präsentiert!“ – „Ja, Sprache einmal ganz anders betrachtet: sozusagen aus einer völlig anderen Perspektive, als wir es tun!“ 90 Minuten zog er die Schüler in seinen Bann.

Unserer Schule gelang es, mit BAS Böttcher einen der ersten Slam-Poeten Deutschlands zu engagieren, der diese Technik perfektioniert hat und im Jahre 1997 bereits die deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften gewinnen konnte. Seitdem gewann er viele Meisterschaften und machte Tourneen (z.T. im Auftrag des Goethe-Instituts) durch die Welt.

BAS Böttcher ist ein Sprachvirtuose und ein reisender Dichter. Er schreibt Gedichte für die Bühne. Dort bekommen sie eine ganz andere Präsenz als in Büchern. Seine Texte werden genau konzipiert, jede Silbe hat ihren Platz, und selbst das Atmen ist Teil der Konzeption. So ergibt sich ein besonderes Arrangement aus Klang, Rhythmik und Bedeutung.

Die Schüler konnten also sehen und insbesondere hören, was ein Mensch mit Sprache bewirken kann. Böttcher verstand es dabei genau, die Jugendlichen für sich zu gewinnen, indem er sie aktiv in seinen Vortrag mit einbezog. Mit seinem großen Repertoire an Texten ging er auf deren persönliche Themenwünsche ein und konnte Themenbereiche vom Essen („Imbissdeutsch“) über Liebe („Liebeserklärung an eine Chinesin“) bis hin zur Sprachverwirrung („Babylon 2.8“) bedienen.

So gelingt es fast spielerisch, Sprachbewusstsein zu schaffen und die Wirkung von Sprache zu reflektieren: Meisterhaft spielte der Künstler mit der Mehrdeutigkeit von Wörtern! Denn Sprache ist nicht logisch, sie ist zum Teil trügerisch! Zusammen mit seinem Publikum entdeckte er versteckte Wörter (im Wort „Waschlappen“ steckt das Wort „schlapp“), Kofferwörter („glücksen“, „Schlepptop“, „brunch“) und Doppelwörter (Lebens-mittelpunkt, Lebensmittel-punkt; Wissenschaft – schafft Wissen), zeigte ihm, wie man durch ungewohnte Betonungen Dinge neu hörbar machen, unausgesprochene Wahrheiten sichtbar machen kann.

Die Pointen setzte Böttcher zielgenau und gab somit Denkanstöße, die bei den jungen Leuten auch über den Vortrag hinaus erhalten bleiben sollten: Denk- und Schreibblockaden? Ja, die gibt`s! Aber man muss nicht schreiben, wenn die Inspiration kommt, sondern schreiben, damit sie kommt!

Die interaktive Lesung endete mit einem eindrucksvollen Text auf die „Macht der Sprache“.

(externer Link zu Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=vyySoB9aCAk )

Annette Schütte (Fachbereich Deutsch), 20.4.2018