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„The Sum of us“

Ein Theaterstück des GK 12 Darstellendes Spiel

Linz- Am 17.05 und 18.05.2018 lud das St. Martinus Sanatorium, Heim für Mentale Genesung Linz herzlich zu einem Rundgang am Tag der offenen Tür ein. Dabei wurden den Besuchern einmalige Blicke in die menschliche Psyche gewährt, selbstgebackene Kekse angeboten und geheimnisvolle Märchen über Heimbewohner zugesteckt.

Der Grundkurs Darstellendes Spiel der 12. Klasse präsentierte unter der Leitung des Fachlehrers Herrn Feldges sein eigens geschrieben und selbstinszeniertes Stück: „The sum of us“ - Ein sadistisches, gesellschaftskritisches Werk, welches sich mit den Schuldgefühlen eines Mörders auseinandersetzt und dem Zuschauer die Frage stellt: Wer ist hier eigentlich verrückt? Beantworten lässt sich diese Frage nach einem Rundgang offensichtlich leicht: In Gemeinschaftsräumen lassen Pflegekräfte ihren Frust an wehrlosen Patienten aus, die von den herumführenden Pflegern angeblich bewährte und stark geförderte Kunsttherapie entpuppt sich nach einem Besuch im Werkraum der Anstalt als Schwindel und spätestens beim Vorführen angeblicher Fortschritte eines sich selbst als Vogel fühlenden Patienten wird deutlich: Das Pflegepersonal hat selber „einen an der Klatsche“, um es mit den Worten des Direktors Dr. Montgomery auszudrücken. Doch das Stück will tiefer. Es wird nach den Ursachen der Krankheiten gesucht, nach den eigentlichen Verantwortlichen für den Zustand dieser eingewiesenen Menschen. Dabei spielt im Verlauf des Stückes der Zuschauer eine immer größere Rolle, wird gezwungen, sich direkt mit dem Schicksal der Patienten auseinanderzusetzen und ist auch vor den Wutanfällen einiger Patienten nicht sicher: „Das ist doch alle nur eine Zwangspsychatrisierung der Gesellschaft“ wirft Foucault in den Raum, nur um gleich darauf mit Gegenständen um sich zuwerfen und auch ein Stalker ruft die Besucher dazu auf, ihre Fehler als Gesellschaft endlich einzugestehen. Zu guter Letzt sieht sich das Publikum dem eigentlichen Charakter dieser Anstalt gegenüber, einem unter Schizophrenie leidenden Menschen, dessen Alters sie unterbewusst schon öfter begegnet sind und dessen Geschichte die zuvor dargestellten Einzelszenen ergeben. Er selbst ist ein vielfacher Mörder, welcher aus eigenen Schuldgefühlen heraus seine Opfer in Form von Alters wieder zum Leben erweckt und dabei letzten Endes an sich selbst zu Grunde geht. „Ich bin nicht verrückt“ scheint dabei das Wunschdenken aller Beteiligten zu sein. Inwieweit dieser von Schuldgefühlen zerrissener Mörder schließlich als gesellschaftsweisend erscheint oder gar als Held fungiert wird dabei jeder sich selbst beantworten müssen.

Der Kurs hatte jedenfalls großen Spaß bei der Inszenierung dieses Stücks und möchte sich nochmals ganz herzlich bei Herrn Feldges und allen anderen bedanken, die diese einmalige Erfahrung ermöglichten und bei allen Besuchern für das durchweg positive Feedback. Wir wünschen allen kommenden Generationen ebenso viel Freude und Erfolg bei ihren Inszenierungen und hoffen, dass sich das Fach Darstellendes Spiel an unserer Schule zukünftig etabliert- Wir können es nur empfehlen.

F. Ganijaj und A. Dietrich, Juni 2018