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Stufe 10 – Abschlussfahrt nach Berlin

Am Montag, den 18. Mai, ging es für alle drei Klassen aus der Stufe 10 früh morgens nach Berlin für unsere Abschlussfahrt. Mit einem hübschen Doppeldeckerbus tuckerten wir durch halb Deutschland 9 Stunden in Richtung Hauptstadt.
Gegen 16 Uhr kamen wir in unserem Hostel ganz in der Nähe des Hauptbahnhofes an. Nach einem chaotischen Check-In und einer ersten Begutachtung der Zimmer wurde eine erste Tour durch Berlin gemacht. Die anderen Klassen durften dies frei ohne Lehrer machen, während wir, die 10a, natürlich wieder mit den Lehrern und „vorbereiteten“ Präsentationen rumliefen.
Zum Glück war das aber schnell geschafft. In der darauffolgenden Freizeit gingen die meisten etwas Essen, wir waren z.B. bei Goldies Burger essen.
Um 22 Uhr mussten wir wieder im Hostel sein wegen der Nachtruhe. Geschlafen haben aber die wenigsten. Meistens wurde zusammen in den Zimmern noch geredet, in der Lobby Karten gespielt oder auf den Fluren rumgelaufen.

Am nächsten Morgen waren aber trotzdem alle fit und munter um 8 Uhr beim Frühstück.
Danach hieß es auf nach Hohenschönhausen, ein ehemaliges Gefängnis aus der DDR. Für rund 90 Minuten wurden wir klassenweise von Zeitzeugen durch die verschiedenen Gefängnisgebäude geführt. Ein Anblick und eine Historie, die einem direkt die Laune verderben.
Nach den Führungen ging es mit dem Bus in die Stadtmitte für ein schnelles Mittagessen, und wenn ich schnell sage, mein ich auch schnell aka nur 20 Minuten. Der Zeitdruck lenkte die meisten zu KFC oder zu Munchies, einem bekannten Food Spot für Burger und Tacos.
Danach hieß es zurück in den Bus für eine 3-stündige Stadtrundfahrt mit Führer. Bei dem schönen Wetter hätten die meisten bestimmt eine Tour zu Fuß (oder einfach Freizeit) dem Bus vorgezogen, aber ganz grauselig war es natürlich auch nicht.
Nach der Stadtrundfahrt gab es etwas Freizeit zum Abendessen und Frischmachen, bevor es zu den verschiedenen Kulturveranstaltungen ging. Wir waren im Friedrichstadtpalast und schauten uns eine akrobatische Show mit Tanz und Gesang an. Andere waren im Berliner Ensemble, in der Staatsoper Unter den Linden, im Konzerthaus Berlin, im Grips Theater und im Chamäleon Theater. Nach den diversen Vorführungen liefen die Gruppen zurück zum Hostel, wobei unsere Gruppe mit den Lehrern einen Stopp für einen Döner machte.
Mittwochmorgen standen Fahrradtouren mit unterschiedlichen Themen auf dem Programm. Die meisten Schüler/-innen fuhren nach Kreuzberg, aber auch Touren zu den Berliner Highlights und zur Mauer gab es. Wir waren in der letzteren Gruppe und bekamen von einer netten Führerin eine spannende Radtour entlang der Mauer mit Stopps an verschiedenen wichtigen Stellen samt kleinerer Vorträge.
Gegen 13 Uhr waren alle mit ihren Fahrrädern zurück und wir wurden in unsere wohl verdiente Freizeit entlassen. Viele holten sich erst einmal etwas zum Essen. Danach beschäftigten sich die meisten mit Shopping oder machten eigene Touren durch unsere riesige Hauptstadt. Wir waren fürs Mittagessen zum Alexanderplatz gefahren und verbrachten dort auch unsere restliche Freizeit. Wir gingen ein bisschen Shoppen und testeten weitere Food Spots.
Um 19:30 Uhr trafen sich alle wieder am Paul-Löbbe-Haus für unser Treffen mit Frau Ellen Demuth und unserem anschließenden Besuch des Bundestages. Rund eine Stunde erzählte uns Frau Demuth über ihren Arbeitsalltag in der Bundesregierung. Anschließend durften wir Fragen stellen und dann ging es auf zum Abendessen im Paul-Löbbe-Haus. Ich glaube, wir hatten alle ein fancy Essen erwartet, weil wir ja unter bekannten Politikern waren, aber diese Vorstellung wurde uns genommen. Das Essen war natürlich trotzdem gut, aber einen Freidrich Merz kann ich mir in dieser Kantine nicht vorstellen.
Danach wurden wir durch einen Tunnel in das Reichstagsgebäude geführt, wo wir erstmal das Dach des Reichstages und die Kuppel besichtigen durften. Es war zwar schon spät, aber selbst im Dunkeln hat man von dort oben eine wunderschöne Sicht über Berlin. Abschließend erhielten wir einen Vortrag im Plenarsaal über den Aufbau und die Vorgehensweise der Bundesregierung. Auch ein paar Scheinabstimmungen zu Themen wie Wehrpflicht und Wählen ab 16 durften wir machen.
Am Donnerstag standen diverse Museen, wie das Jüdische Museum, das DDR- Museum, das Computerspiele-Museum und die Alte Nationalgalerie auf dem Plan. Wir waren mit rund 20 Leuten im Jüdischen Museum und bekamen unter dem Thema „Juden und Jüdinnen in Deutschland nach 1945“ eine Tour durch die Ausstellungen. Ein wirklich interessantes und gleichzeitig bedrückendes Themenfeld.
Gegen ca. 12 Uhr waren wir fertig und hatten bis 17 Uhr Freizeit. Ein paar blieben noch im Jüdischen Museum, während wir uns auf zum KaDeWe machten, dem Kaufhaus des Westens. Dort angekommen suchten wir uns erstmal etwas zum Mittagessen und schlenderten dann durch das KaDeWe und die angrenzenden Shopping-Straßen. Neben „durchschnittlichen“ Marken wie H&M, Adidas und Tommy Hilfiger gab es auch Luxusmarken wie Chanel, Louis Vitton und Hermès. Eine Tasche für rund 10.000 Euro lag aber leider nicht in unserem Budget.
Nach der Freizeit machten wir eine Schiffstour auf der Spree. Auf einem kleinen Touristenboot tuckerten wir durch Berlin und konnten die Sehenswürdigkeiten, an denen wir die letzten Tage immer wieder vorbeigelaufen waren, auch mal vom Wasser aus sehen.
Auf die Spreetour folgte wieder etwas Freizeit bis 22 Uhr, um einen letzten schönen Abend in Berlin zu verbringen. Auch zurück im Hostel wurde sich weiter munter versammelt, um die Abschlussfahrt vernünftig ausklingen zu lassen.
Freitagmorgen, den 22. Mai, war es Zeit für die Rückfahrt. Vielen wollten die wunderschön chaotische Großstadt gar nicht loslassen und zurück in den Alltag gehen. Aber unsere Zeit war leider zu Ende.

Ich glaube, wir sprechen für die ganze Stufe, wenn wir sagen, dass Berlin eine gelungene Abschlussfahrt war. Es war wunderbar unsere Hauptstadt endlich mal mit eigenen Augen zusehen. Die bunte Großstadt mit allem, was sie zu bieten hat, mag es gut oder schlecht sein, war eine spannende Erfahrung, die wir nicht so schnell vergessen werden.
Berlin, du wirst uns fehlen!

Esmeray Ceylan und Coco von Almen