Rendezvous mit Raum und Zeit: Theaterfest zum Thema „Zeitreisen“


Am 20. Juni fand das diesjährige Theaterfest des Martinus Gymnasiums Linz unter dem Motto „Zeitreisen“ statt. Im Mittelpunkt dieses Rendezvous mit Raum und Zeit standen die Schülerinnen und Schüler der zwei Grundkurse „Darstellendes Spiel“ der Jahrgangsstufe 12, die dem Publikum abwechslungsreiche Theaterstücke präsentierten.
Seit März hatten sich die beiden Kurse im Unterricht intensiv mit dem selbst gewählten Thema „Zeitreisen“ auseinandergesetzt. In Kleingruppen aus 3-5 Schülerinnen und Schülern erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler selbstständig jeweils ein eigenes Theaterstück mit einer Länge von 20 bis 30 Minuten. Von der ersten Idee und Inhaltsfindung über das Verfassen der Skripte, die Rollenverteilung und das Bühnenbild bis hin zur finalen Inszenierung konnten sich die Teams vollkommen frei und kreativ ausleben. Zwar gab es während der Probenphase Anregungen von den Lehrkräften Herrn Feldges und Herrn Dr. Kremer sowie den Mitschülerinnen und Mitschülern, doch die Entscheidungen lagen immer eigenverantwortlich bei den jeweiligen Gruppen.
Der Tag des Theaterfestes war sehr sonnig und heiß, was die Darsteller in ihren Aufzügen – selbst in Zwei-Meter-Dinosaurier-Kostümen (!) – nicht davon abhalten konnte aufzuführen. Am Mittag trudelten viele Besucher ein, darunter Kinder, Schüler und stolze Angehörige. Für das leibliche Wohl war mit drei Sorten Popcorn, Nachos, Brezeln, Kuchen, erfrischendem Eis und natürlich auch Getränken gesorgt. Aber das Wichtigste: Es gab zahlreiche verschiedene und unterhaltsame Theaterstücke, die mehrmals präsentiert wurden – so war für jeden etwas dabei. Wie auf einem Festival in vielen Zeitfenstern ließen sich möglichst viele Stücke ansehen. Die Schule mit ihren teils doch auch sehr nüchternen Kurs- und Klassenräumen wandelte sich dadurch zu einem Kunst- und Kulturraum der ganz besonderer Art.
So konnten die Zuschauer in dem Stück „Was geschrieben steht“ in die Zukunft reisen mit einem Mann, der dort auf seine eigene Todesanzeige stößt, sie durften in der Vorzeit stranden und die mächtigen Schritte des T-Rex hören („Jagd durch die Zeit“) oder in „Die dreifache Groschenoper“ eine Schleife miterleben, in der das gleiche Eifersuchtsduett sich unausweichlich wiederholt; das Publikum konnte erfahren, wie zwei Freunde mittels einer magischen Uhr in die Vergangenheit reisen, aber bei ihrer Rückkehr den besten Freund vergessen haben („Die letzte Minute“) oder sogar selbst entscheiden, ob ein Römer, eine Forscherin oder ein Lehrer im Nullpunkt der Zeit verweilen muss („Gefangen im Nullpunkt – du hast dein Schicksal in der Hand“); sie wurden Zeugen eines Mordes im Goldenen Swing der 1920er Jahre („Ein letzter Martini…“) oder im Jahr 1975 („Spurensuche durch die Zeit“), erlebten die ultimative „Hamstergleichung“ unter Aufopferung mehrerer Nagetiere ebenso wie die Warnungen der wissenden Kassandra vor einem geplanten Mord („Sie kennt dein Ende“). Mit „Eidolon: Der Traum kennt dein Gesicht“ ließ sich sogar erneut eine Inszenierung bewundern, die mit großen Erfolg auf dem letztjährigen Theaterfest zum Thema „Träume“ zur Aufführung gekommen war.
Diese theatralen Abenteuerreisen durch die Jahrhunderte komplettierten das Bemalen von Keramik mit dem MSS-Kunstkurs von Herrn Pröls, ein Mitmachzirkus der Zirkus-AG unter Leitung von Herrn Meixner und ein beeindruckendes Live Action Painting von Siebtklässlern (angeleitet von Frau Breil und Frau Böyer), während Kunst-Schülerinnen und -Schüler der 6d Mythen im selbst gestalteten Karton präsentierten und das Publikum so auf eine ganz eigene Zeitreise ins antike Griechenland mitnahmen. Auch die Musical-AG von Herrn Lehmann war wieder mit „Irgendwas mit Impro…“ live dabei. Die mehrmaligen Inszenierungen und Präsentationen, in die die Kurse, Klassen und AGs sehr viel Arbeit und eigene Kreativität gesteckt hatten, trugen zu einer ganz neuen Erfahrung bei, da viele Schülerinnen und Schüler noch nie vor einem größeren Publikum gestanden hatten.
Abschließend kann man festhalten, dass das Theaterfest ein voller Erfolg war. So sehr sogar, dass es nächstes Jahr ein großes ,,Fest der Künste“ geben soll: ein gemeinsames Projekt, das Theater, Kunst und Musik umfasst und zeigen soll, wie lebendig und vielgestaltig künstlerisches Schaffen am MGL ist.
Dieser Tag hätte ohne so viel Engagement nicht stattfinden können und jeder Beteiligte kann stolz sein auf seine Leistung. Ein großer Dank geht natürlich auch an die Zuschauer, die das Fest mit großem Interesse verfolgt haben.
Wir vom MGL freuen uns schon darauf, nächstes Jahr alte und neue Besucher
begrüßen und überraschen zu dürfen!

Lena Schlochtermeier und Franziska Jodl