Hannah Ohly aus der MSS12 hat im Rahmen eines vom MINT-EC angebotenen, englischsprachigen Online-Kurs (ebenso wie zwei weitere MGL-Schüler) intensiv und äußerst erfolgreich mit dem Bereich Data Science auseinandergesetzt und berichtet über ihre Erfahrungen:
Da ich mich sehr für Informatik interessiere und mehr im Bereich Softwareentwicklung lernen wollte, habe ich den Online-Kurs „Algorithms and complexity“ der Constructor University absolviert. Im Fokus stand dabei die Frage, wie man Probleme nicht nur irgendwie löst, sondern so effizient, dass der Computer selbst riesige Datenmengen in Sekundenschnelle verarbeiten kann.
Der Kurs bot eine spannende Mischung aus Theorie und Praxis. Neben klassischen Sortier- und Suchverfahren habe ich vor allem gelernt, wie man die Laufzeit und den Speicherbedarf von Programmen mithilfe der mathematischen Komplexitätsanalyse (der sogenannten Big-O-Notation) im Voraus berechnet. Ehrlich gesagt war der Kurs nicht besonders einfach: Man muss einiges an logischem und mathematischem Verständnis mitbringen, und da alles auf Englisch war, musste ich mich über einige Begriffe informieren. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Die Lerninhalte waren sehr strukturiert und die Praxisbeispiele extrem anschaulich. Wer später in Richtung Informatik, Data Science oder Software-Engineering gehen möchte, bekommt hier einen sehr guten Vorgeschmack.
Im März nahm ich vom 17.3. bis zum 20.3. am MINT-EC-Camp „Verhaltensbiologische Feldforschung“ im Opel Zoo in Wiesbaden teil. Meine Erfahrungen waren sehr positiv und diese möchte ich folgendem Beitrag schildern:
Mein MINT-EC-Camp startete in der Jugendherberge in direkter Nähe zum Stadtzentrum. Bereits im Bus vom Hauptbahnhof zur Jugendherberge traf ich drei weitere Teilnehmer des MINT-Camps, mit denen ich mich direkt gut verstand. Als wir dann zusammen in der Jugendherberge ankamen, lernte ich die weiteren kennen. Nach der Begrüßungsrunde gab uns ein Geschichtslehrer der gastgebenden Martin-Niemöller-Schule eine Stadtführung.
Am Mittwoch brachen wir direkt nach dem Frühstück auf zum Opel-Zoo. Dort angekommen gab uns ein Zoo-Biologe eine kurze Einführung in die biologische Verhaltensforschung, woraufhin wir uns in Kleingruppen ein Tier aussuchen und mithilfe der Zoo-eigenen Analyse-Tablets diese beobachten durften.
Ich entschied mich zusammen mit einem meiner Zimmernachbarn für die Erdmännchen, bei denen wir uns die Sozialdynamik und Hierarchie in der Gruppe anschauten, was sehr interessant war. Im Zoo lebt ein Erdmännchen mit amputiertem Schwanz, bei dem man deutlich veränderte Sozialverhältnisse erkennen konnte.
Den ersten Tag im Zoo beendeten wir mit meinem persönlichen Highlight des Camps, der Lemurenfütterung (siehe den Film unten). Wir durften mit dem Zoo-Wärter mit ins Affengehege und bekamen dort dann Obst und Gemüse, mit dem wir die Lemuren aus der Hand füttern durften. Bei der Fütterung kletterten die Lemuren teilweise sogar auf uns herum oder setzten sich auf unseren Schoß und ließen sich streicheln.
Am Mittwochabend hielten Schüler und Ehemalige der gastgebenden Schule Vorträge, sowohl über Biologie als auch andere Themen.
Am Donnerstag führten wir die Beobachtung unserer Tiere weiter und werteten die Ergebnisse aus. Wir kamen bei unseren Erdmännchen z.B. zu dem Ergebnis, dass das schwanzlose Erdmännchen sozial ausgeschlossen wird, wir beobachteten wie es sich aktiv von der Gruppe fernhielt und bei Versuchen, sich dieser zu nähern, attackiert wurde.
Am Freitagmorgen präsentierten wir abschließend dann den Bio LKs der Schule unsere Forschungsmethoden und Ergebnisse.
Besonders schön fand ich den Austausch mit netten Menschen in meinem Alter, wir hatten Leute aus allen Ecken Deutschlands, so freundete ich mich zum Beispiel mit Menschen aus Dresden, Münster, Mannheim und München an.
Auch die Zeitplanung war sehr gut, wir hatten neben den Aktivitäten auch viel Freizeit, und uns wurde generell viel Vertrauen entgegengebracht und Freiheiten gegeben.
Zusammenfassend kann ich die Teilnahme an einem solchen MINT-EC-Camp jedem nur wärmstens ans Herzlegen, da es einem die Möglichkeit gibt tolle Erfahrungen zu machen und nette gleichgesinnte Menschen aus ganz Deutschland kennenzulernen.
Chiara Heger und Inga Rondot gewannen für ihr tolles Jugend forscht-Projekt „Insulin-Schokolade“ auf dem Landeswettbewerb einen der begehrten Sonderpreise, nämlich einen spannenden Tag am naturwissenschaftlichen Schüler-Labor der Mainzer Universität. Am 13. Juni war es nun so weit, ins Laborleben einzutauchen. Darüber berichten die beiden begeistert:
Wir hatten einen ganz tollen Tag im NatLab. Wir sind um 7:45 Uhr in Unkel gestartet und waren pünktlich um 9:30 Uhr an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Vor dem NatLab warteten schon ein paar andere Kinder, die wir bereits vom Jugend forscht Junior Landeswettbewerb in Ingelheim kannten.
Nach kurzer Wartezeit wurden wir sehr nett von der Leiterin des Labors, Frau Dr. C Welschof, begrüßt und bekamen eine Sicherheitseinweisung sowie Kittel und Brillen. Nachdem unsere Eltern gegangen waren ging es los. Wir wurden in 3er-Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe bekam eine eigene Betreuerin, um die verschiedenen Experimente durchzuführen.
Wir haben viele tolle Sachen gemacht , wie z.B. Slime , verschiedenfarbige Flammen, Wunderkerzen und wir haben untersucht welche Stoffe magnetisch sind und welche wasserlöslich. Wir haben Pflanzenfarbstoffe extrahiert und ein Chemie-Märchen genau untersucht 🙂
Zwischendurch gab es leckere Pizza, aber das beste kam zum Schluss, als wir unser eigenes Eis aus Beeren und flüssigem Stickstoff gemacht haben. Das war das leckerste Eis aller Zeiten.
Am liebsten würden wir morgen direkt anfangen dort zu studieren…
„Die spannende Welt der Insekten“ begeistert 9. Klässler:innen
Bereits zum 4. Mal fand im Rahmen des regionalen MINT-EC-Netzwerks Bonn/Rhein-Sieg/Ahr vom 05.-07. Mai 2026 ein gemeinsam organisiertes MINT-EC-Camp zum Thema „Insekten“ statt. Die 16 Schüler:innen der 9. Klasse kamen von 10 verschiedenen MINT-EC-Schulen aus der Region und wurden von 8 Lehrkräften, die wiederum an 7 verschiedenen Schulen arbeiten, wechselweise begleitet. Das MGL war durch Ronja Kröger aus der Klasse 9a vertreten. Alle Beteiligten waren rundum begeistert. Hier folgen nun Berichte zu den verschiedenen Workshopteilen:
Insekten als zukünftiges Nahrungsmittel
(Ein Bericht von Charlotte Franken & Melina Stark, Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, Bornheim)
Am Vormittag des ersten Tages des MINT-EC-Camps haben wir uns mit dem Thema „Insekten als Nahrungsmittel der Zukunft“ beschäftigt.
In der Küche des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Bornheim bereiteten wir Waffeln mit gemahlenen Buffalowürmern, Pizza mit Mehlwürmern und kleinen Grillen als Topping sowie Obstspieße mit Schokoladen überzogenen Früchten und Heuschrecken zu. Anfangs kostete es viele von uns etwas Überwindung die Insekten zu essen, doch schließlich fanden die meisten, dass die Insekten überraschend normal und sogar leicht nussig schmeckten. Insgesamt war es ein spannendes Erlebnis, und es hat Spaß gemacht, etwas Neues auszuprobieren und darüber nachzudenken, ob Insekten eine zukunftsfähige Alternative zu Fleisch sein könnten.
Insekten im Museum Koenig
(Ein Bericht von Nori Dietzel, Gymnasium zum Altenforst, Troisdorf)
Passend zum einsetzenden Tröpfeln des Himmels, verbrachten wir den Dienstagnachmittag im Museum König. Vor Ort wurden wir sehr nett von Frau Bulian (Helmholz-Gym.) und Frau Strempel (EMA) empfangen und bekamen direkt eine kurze Führung durch das beeindruckende Museum, bei dem wir uns sogar die für normale Besucher unzugängliche „ornithologische Bibliothek“ von Alexander von Koenig, welche später für kurze Zeit das Büro von Adenauer gewesen ist, anschauen durften. In einem kurzen Vortrag brachten uns die Biologielehrerinnen die grundlegenden Verwandtschaften, Merkmale und Fachbegriffe zum Thema „Insekten“ näher. Am Ende des Vortrags durften wir verschiedene Insekten, wie zum Beispiel ein wandelndes Blatt, auf die Hand nehmen! Unser letzter Auftrag am ersten Tag des Insektencamps war, eine kurze Präsentation über ein spezielles Insekt anzufertigen. Dazu durften wir uns frei im Museum bewegen und so Infos sammeln. Spätestens in der aktuellen Sonderausstellung „Facettenreiche Insekten“ wurde jeder fündig, so dass der abschließende Gallery Walk das Thema des Vormittags aufgriff: ein wahres Wissensbuffet!
Imkern am EMA
(Ein Bericht von Merle Berghausen und Fabia Daerr, Helmholtz-Gymnasium, Bonn)
Am Mittwochmorgen haben wir am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium geimkert. Zuerst haben wir eine Einführung ins Thema Imkern bekommen und uns verschiedene Gegenstände dazu angeschaut. Danach sind wir zu den Bienenstöcken gegangen, haben sie geöffnet und alles erklärt bekommen. Das Ganze war sehr interessant und hat trotz des Regens Spaß gemacht.
Blüten und ihre Bestäuber im Botanischen Garten
(Ein Bericht von Frau Neumann, Hardtberg-Gymnasium, Bonn)
Am Nachmittag unseres zweiten Tages stand der botanische Garten in Bonn-Poppelsdorf auf dem Programm. Nach einer Einführung in verschiedene Bestäubungsarten folgte eine Tour durch den Garten über Blüten und ihre passenden Bestäuber, die leider wegen des starken Regens abgekürzt werden musste. Im Labor der Grünen Schule konnten anschließend noch Insekten-Präparate und Blüten unter dem Mikroskop betrachtet sowie Experimente durchführt werden. So lernten wir, dass eine Kastanienblüte über ein faszinierendes Farb-Experiment anzeigt, ob sie bereits bestäubt wurde: Sobald eine Biene die Blüte erfolgreich bestäubt hat, verfärben sich gelbe Flecken auf den Blütenblättern über Orange zu Dunkelrot und die Blüte stellt die Nektarproduktion ein.
Blattschneiderameisen und Fauchschaben im Kölner Zoo
(Ein Bericht von Johanna Scheufen und Fleur Wallerstein vom Peter-Joerres-Gymnasium, Ahrweiler)
Am dritten und letzten Tag haben wir den Kölner Zoo besucht, um weitere Einblicke in das Konzept des Zoos zur Artenerhaltung, aber vor allem zu unserem eigentlichen Thema, in die Welt der Insekten, zu erhalten. Hierfür haben wir uns die Insektenabteilung mit den Ameisen ausgiebig angeschaut. Danach haben wir mit Experimenten noch mehr über Fauchscharben, ihre Wahrnehmungsarten, präferierten Umgebungen und ihren Orientierungssinn herausgefunden. Zu guter Letzt gab es noch eine Führung hinter die Kulissen, die uns exklusive Einblicke geboten hat.
Timo Kröger (MSS 11) ist einer unserer aktivsten MINT-Camp-Besucher: In diesem Schuljahr hat er sogar drei MINT-Camps besucht:
das MINT-EC-Camp „Zukunft Werkstoffe“ an der TU Freiberg in Sachsen
das MINT-EC-Forum „Vorhersage der Lebenserwartung mit künstlicher Intelligenz“, das online vom CAMMP („Computational And Mathematical Modeling Program“) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) veranstaltet wurde sowie
das regionale MINT-EC-Camp „Künstliche Intelligenz“ am Rhein-Ahr-Campus in Remagen
Im folgenden Interview berichtet er über seine Erfahrungen und Erkenntnisse.
Timo, du hast gleich zwei MINT-Camps zum Thema KI gemacht. Ist das für dich ein besonders wichtiges Thema?
Ja, ich bin an dem Thema sehr interessiert, da ich generell IT interessant finde und KI in diesem Feld immer wichtiger wird.
Was waren das für Camps, an denen du teilgenommen hast?
In beiden Camps gingen darum, die Grundlagen von KI kennen zu lernen und auf praktische Weise rauszufinden, wie sie funktioniert und wie man sie einsetzen kann.
Wie liefen die Camps denn ab?
Das eine Camp war in Remagen an der Hochschule, wo wir von den Professoren Vorlesung darüber erhalten haben, wie man KI nutzen sollte. Und wir haben auch ein bisschen herumprobiert, wie man eine KI selber programmieren kann.
Außerdem haben wir in einem Rundgang über das Gelände gemacht, um die Hochschule und auch das Uni-Leben ein bisschen kennen zu lernen. Da wir alle noch nicht an einer Uni waren, war das sehr interessant für uns zu sehen, wie es da so laufen wird.
Das andere Camp wurde vom KIT organisiert und ist online abgelaufen. Wir haben uns alle in einer Videokonferenz getroffen und dann ein in einem Programm zusammen gelernt, wie eine KI programmiert wird. Anschließend wurde besprochen, wie das funktioniert und wie man es anwenden kann.
Was hast du grundsätzlich für Erfahrungen gemacht mit solchen MINT-Camps?
Für mich waren solche Camps immer sehr gut, um mit Leuten in Kontakt zu kommen, die an ähnlichen Themen interessiert sind wie ich. Es macht Spaß, sich solchen Dingen auch neben der Schule zu nähern. Man macht die Erfahrung, dass man anders auf die Themen schauen kann und viel von anderen Leuten lernen kann, die sich vielleicht noch ein bisschen mehr damit beschäftigt haben und so die Sachen besser und genauer erklären können.
Du warst ja nicht nur in Sachen KI unterwegs. Neulich warst du noch auf einem weiteren Camp, diesmal ging es um die Zukunft von Technik. Was lief da ab?
Genau, es ging bei diesem Camp um die Zukunft von Werkstoffen, vor allem um Stahl. Ich habe dort mehr drüber gelernt, wie man Stahl herstellt, wie man ihn benutzt, wie vielseitig er ist und wie viel von diesem Werkstoff gebraucht wird. Andererseits haben wir auch noch ein bisschen über andere Werkstoffe neben Stahl, gelernt, vor allem, wie sie hergestellt werden und wie sie verwendet werden.
Wir haben das Ganze aber vor allem praktisch gelernt, da wir die Prozesse an der Uni teilweise selber ausprobieren konnten, weil sie Anlagen hatten, die das Ganze in klein nachstellen. Anschließend waren wir dann noch in einem großen Stahlwerk, das in der Nähe war, wo wir uns den ganzen Prozess noch im industriellen Maßstab anschauen konnten.
Und du hast auch selber geschmiedet während des Camps?
Richtig, den Stahl, den wir an der Uni zum Ausprobieren selber hergestellt hatten, konnten wir am Ende noch schmieden – mit Hammer und Amboss. Andererseits hatten die dort aber auch etwas größere Schmiede-Geräte im industriellen Maßstab. Die durften wir leider nicht selber bedienen, aber wir durften zusehen, wie damit etwas geschmiedet wurde. Spannend waren auch die Walzen, mit denen das Stahlblech gewalzt wurde.
Vielen Dank für deine Eindrücke, Timo! Du scheinst auf den Camps ja wirklich interessante Einblicke in industrielle Prozesse gewonnen zu haben!
Im folgenden berichtet unser Schüler Laser Ergin aus der MSS 12 von seinen tollen Erfahrungen beim Besuch eines MINT-EC-Camps:
Im Januar 2026 nahm ich am MINT-EC-Camp zum Thema „Management“ in Freiberg teil. Die mehrtägige Veranstaltung richtete sich an Schülerinnen und Schüler von MINT-EC-Schulen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands und sollte Einblicke in betriebswirtschaftliche Abläufe sowie in das Universitätsleben vermitteln.
Nach der Ankunft begann das Programm mit einer Vorstellungsrunde, bei der sich alle Teilnehmenden und die beiden Betreuerinnen kennenlernten. Anschließend begrüßte uns ein Professor und gab einen ersten Überblick über die Inhalte der kommenden Tage. Danach erkundeten wir die Stadt Freiberg bei einer Geocaching-Aktion. Am Abend bezogen wir die Jugendherberge und bereiteten dort gemeinsam das Essen zu. Die Gestaltung des Abends lag weitgehend in unserer eigenen Verantwortung. Voraussetzung war lediglich, am nächsten Morgen pünktlich und vorbereitet zu sein.
Am Dienstag starteten wir um 8 Uhr mit dem Frühstück. Danach fuhren wir mit dem Bus zur Reichen Zeche, einem zur Universität gehörenden Lehrbergwerk. Während einer Führung erhielten wir spannende Einblicke in die praktische Ausbildung und Forschung.
Um 13.15 Uhr folgte ein Vortrag über die Entwicklung von eigenen Geschäftsideen und inwiefern ein Studium dabei sinvoll sein kann. Am Nachmittag arbeiteten wir am „Tower-Game“. In Teams sollten wir einen Turm bauen, der bestimmten Anforderungen entsprach und ein Gewicht von 200 Gramm tragen konnte. Die Aufgabe verdeutlichte, wie wichtig Abstimmung, sorgfältige Planung und Kooperation in Betrieben sind. Ab 17 Uhr hatten wir Freizeit.
Der Mittwoch begann um 9 Uhr und stand im Zeichen der „Circular Economy“. Zunächst nahmen wir an einem Entscheidungsexperiment teil. Je nach gewählter Option erhielten die Teilnehmenden unterschiedliche Geldbeträge und gleichzeitig beeinflussten die Entscheidungen, wie viel in Umweltmaßnahmen investiert wurde. Am Ende erhielt eine ausgeloste Person den tatsächlich erwirtschafteten Betrag.
Nach dem Mittagessen besuchten wir die sogenannte „CAVE“, einen Raum mit mehreren Projektionsflächen, der immersive Darstellungen ermöglicht. Am Nachmittag folgte ein Planspiel zum Thema „Lieferkettenmanagement. Die einzelnen Stationen von der Produktion bis zum Endverbraucher wurden von den Gruppen übernommen. Ziel war es, die Prozesse so zu organisieren, dass die Nachfrage am Ende gedeckt werden konnte. Bereits zu Beginn zeigte sich die Bedeutung einer guten Kommunikation. Das Planspiel machte die Komplexität globaler Lieferketten deutlich. Anschließend stand uns erneut Freizeit zur Verfügung.
Am Donnerstag fand der Fakultätstag der Universität statt. Zunächst besuchten wir eine gemeinsame Veranstaltung im Hörsaal. Danach konnten wir aus verschiedenen Angeboten auswählen, etwa einem BWL-Schnupperkurs oder einem Vortrag zu Social Media Marketingstrategien. Gegen 13.45 Uhr endete das Camp offiziell und wir traten die Rückreise an.
Zusammenfassend bot das MINT-EC-Camp einen umfassenden Einblick in verschiedene Bereiche der Wirtschaft, des Managements und in das Studium an einer Universität. Neben fachlichen Aspekten wurden im Rahmen der Veranstaltung vor allem Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit gestärkt.
„Wofür brauche ich das alles eigentlich?“ – Diese Standardfrage von Schülerinnen und Schülern kennt jede Mathe-Lehrkraft zu Genüge. Fünf Schülerinnen und Schülern aus dem Mathe-LK der MSS 11 und der Jahrgangsstufe 10 dürften nun im Rahmen der Mathematischen Modellierungswoche der Universität Kaiserslautern entdecken, wie hilfreich es sein kann, ein mathematisches Modell der Wirklichkeit zu entwickeln.
Dafür verbrachten sie eine Woche gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern aus der Region in der Jugendherberge in Bad Neuenahr-Ahrweiler, in der sie in kleinen Arbeitsgruppen sehr intensiv Modelle für spannende Fragestellungen entwickelten. Lesen Sie dazu das folgende, spannende Interview mit den Jugendlichen:
Hallo Kyra, erzähl doch mal kurz, was eure Fragestellung war.
Kyra: Unser Projekt befasste sich mit dem Schattenwurf eines Gebäudes und unsere Fragestellung war, wie groß solche Schatten von Gebäuden werden können. Insbesondere im Sommer, wenn es sehr heiß wird, könnte man diese Schatten dazu nutzen, damit große Städte nicht überhitzt werden. Daher wollten wir schauen, ob man das optimieren kann und welchen Einfluss die Uhrzeit, die Jahreszeiten und andere Faktoren auf den Schattenwurf haben.
Das klingt sehr spannend! Wie seid ihr an diese Aufgabe herangegangen?
Kyra: Zunächst mussten wir den Schattenwurf irgendwie darstellen. Wir haben geplant, dies in 3-D und auch zweidimensional darzustellen. Dazu mussten wir uns mit analytischer Geometrie beschäftigen, einem Fachgebiet, das wir so noch gar nicht in der Schule behandelt haben.
Gab es noch weitere Fragestellungen, die euch interessiert haben?
Kyra: Wir haben uns die Zusatzfrage gestellt, wie das mit Solarpanelen wäre, wie man die am besten installieren könnte. Auch diese werfen ja zusätzliche Schatten.
Wie hast du die Beschäftigung mit diesem Projekt erlebt?
Kyra: Ich finde dieses Projekt sehr interessant. Es war schwieriger, als ich zuerst erwartet habe. Aber ich denke, wir sind trotzdem gut vorangekommen und ich habe auch vieles Neues gelernt. Ich habe viel über Faktoren gelernt, die eine so simple Sache wie einen Schatten beeinflussen können. Abgesehen von Mathe habe ich auch den Umgang mit 3-D Modellen am Rechner kennen gelernt, wie man da verschiedene Sachen aus dem echten Leben darstellen und auch vergleichen kann.
Wie hast du die Projektarbeit während der Modellierungswoche erlebt?
Kyra: Ich kann diese Veranstaltung nur empfehlen: Ich habe neue Leute kennengelernt und intensiv mit ihnen zusammengearbeitet. Es war auch mal was anderes als Schulprojekte, man kann Inhalte aus verschiedenen Fächern zusammenbringen und außerdem in unterschiedlichen Bereichen Neues dazu lernen.
Worin bestand euer Projekt, Timo?
Timo: Unsere Aufgabe hier war es, ein Modell zu erstellen, mit dem wir die Ausbreitung eines Virus über die Erde simulieren und berechnen können. Um das modellieren zu können, haben wir im Prinzip Faktoren ermittelt, die beeinflussen, wie viele Menschen sich neu infizieren, wie viele Infizierte es zu unterschiedlichen Zeitpunkten gibt, wie viele wieder genesen oder sterben, usw.
Wie habt ihr dann mit diesen Faktoren weitergearbeitet?
Timo: Damit haben wir Funktionen entwickelt, die beschreiben, wie sich die Infektionsraten entwickeln. Das Ganze haben wir in Excel eingearbeitet, so dass wir die Entwicklung in Graphen darstellen lassen konnten. Damit könnte man auch verschiedene Szenarien durchspielen und Prognosen ableiten.
Wie seid ihr bei eurer Projektentwicklung vorgegangen?
Timo: Anfangs mussten wir lange darüber nachdenken, wie wir überhaupt an die Aufgabenstellung rangehen sollen. Das war eine sehr gute Übung, wie wir unser Wissen aus unterschiedlichen Bereichen zusammensetzen können, um damit ein funktionsfähiges Modell zu erreichen.
Tymur, ihr habt euch mit der Entstehung von Staus auf Autobahnen befasst und dafür ein Modell entwickelt. Was das einfach?
Tymur: Nein, zunächst haben wir mit einem schrecklichen Modell angefangen, das ganz falsch war und die Realität nicht gut abgebildet hat. Wir haben ein bisschen Zeit verloren. Aber danach habe ich im Internet etwas über das Nagel-Schreckenberg-Modell gelesen. Das hat sehr geholfen und wir konnten ein deutlich besseres Modell für die Entstehung von Staus entwickeln.
Was hat dir die Teilnahme an der Modellierungswoche gebracht?
Tymur: Ich habe dabei sehr viel gelernt hier. Ich dachte ursprünglich, ich müsste hier einfach Aufgaben bearbeiten. Aber ich lerne hier, was man durch die Zusammenarbeit in der Gruppe alles schaffen kann. Mittlerweile verstehen wir viel besser, wie das alles funktioniert, und auf was man schauen muss: dass es verschiedene Arten von Staus gibt und wie die sich auflösen, auch, wie man sich am besten im Stau verhalten müsste.
Eure Gruppe, Vlad, hat sich damit beschäftigt, wie man eine vorgegebene Form am besten mit Hilfe von Lego-Bausteinen nachbauen kann. Wie seid ihr dabei vorgegangen?
Vlad: Gerade modellieren wir eine Quietscheente in 3-D-Modellen am Rechner, die wir anschließend wieder mit 3-D-Modellen der Lego-Bausteine nachbauen.
Wir arbeiten jetzt an der Umwandlung der realen Form in Ebenen, die aus einem Array von Positionen bestehen, an denen dann entweder ein Baustein sitzt oder nicht.
Wie habt ihr das mathematisch umgesetzt?
Vlad: Das haben wir mit Hilfe von analytischer Geometrie und Vektoren beschrieben. Jetzt versuchen wir die Situation mit Matrizen zu beschreiben.
Anschließend müssen wir noch definieren, aus welchen Größen von Lego-Bausteinen das Modell dann zusammengesetzt werden soll, so dass es stabil ist. Nur mit Hilfe von 1×1-Bausteinen wäre es ja nicht möglich, ein Modell der Ente wirklich zu bauen.
Das klingt sehr spannend, aber auch wirklich herausfordernd. Hattet ihr während der Woche denn auch Spaß?
Vlad: Na klar. Wir haben auch nicht die ganze Zeit nur gearbeitet, sondern hatten auch schöne gemeinsame Aktionen, z.B. einen Ausflug nach Bonn zum Schwarzlicht-Minigolf. Es gab auch einen lustigen Casino-Spieleabend. Der Spaß kam also nicht zu kurz.
Das klingt toll! Vielen Dank, dass ihr eure Eindrücke von der Mathematischen Modellierungswoche mit uns geteilt habt!
Text: Schülerinnen und Schüler, Helmut Meixner
Fotos: Helmut Meixner
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