Kategorie: Schulleben

  • Rendezvous mit Raum und Zeit: Theaterfest zum Thema „Zeitreisen“

    Rendezvous mit Raum und Zeit: Theaterfest zum Thema „Zeitreisen“


    Am 20. Juni fand das diesjährige Theaterfest des Martinus Gymnasiums Linz unter dem Motto „Zeitreisen“ statt. Im Mittelpunkt dieses Rendezvous mit Raum und Zeit standen die Schülerinnen und Schüler der zwei Grundkurse „Darstellendes Spiel“ der Jahrgangsstufe 12, die dem Publikum abwechslungsreiche Theaterstücke präsentierten.
    Seit März hatten sich die beiden Kurse im Unterricht intensiv mit dem selbst gewählten Thema „Zeitreisen“ auseinandergesetzt. In Kleingruppen aus 3-5 Schülerinnen und Schülern erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler selbstständig jeweils ein eigenes Theaterstück mit einer Länge von 20 bis 30 Minuten. Von der ersten Idee und Inhaltsfindung über das Verfassen der Skripte, die Rollenverteilung und das Bühnenbild bis hin zur finalen Inszenierung konnten sich die Teams vollkommen frei und kreativ ausleben. Zwar gab es während der Probenphase Anregungen von den Lehrkräften Herrn Feldges und Herrn Dr. Kremer sowie den Mitschülerinnen und Mitschülern, doch die Entscheidungen lagen immer eigenverantwortlich bei den jeweiligen Gruppen.
    Der Tag des Theaterfestes war sehr sonnig und heiß, was die Darsteller in ihren Aufzügen – selbst in Zwei-Meter-Dinosaurier-Kostümen (!) – nicht davon abhalten konnte aufzuführen. Am Mittag trudelten viele Besucher ein, darunter Kinder, Schüler und stolze Angehörige. Für das leibliche Wohl war mit drei Sorten Popcorn, Nachos, Brezeln, Kuchen, erfrischendem Eis und natürlich auch Getränken gesorgt. Aber das Wichtigste: Es gab zahlreiche verschiedene und unterhaltsame Theaterstücke, die mehrmals präsentiert wurden – so war für jeden etwas dabei. Wie auf einem Festival in vielen Zeitfenstern ließen sich möglichst viele Stücke ansehen. Die Schule mit ihren teils doch auch sehr nüchternen Kurs- und Klassenräumen wandelte sich dadurch zu einem Kunst- und Kulturraum der ganz besonderer Art.
    So konnten die Zuschauer in dem Stück „Was geschrieben steht“ in die Zukunft reisen mit einem Mann, der dort auf seine eigene Todesanzeige stößt, sie durften in der Vorzeit stranden und die mächtigen Schritte des T-Rex hören („Jagd durch die Zeit“) oder in „Die dreifache Groschenoper“ eine Schleife miterleben, in der das gleiche Eifersuchtsduett sich unausweichlich wiederholt; das Publikum konnte erfahren, wie zwei Freunde mittels einer magischen Uhr in die Vergangenheit reisen, aber bei ihrer Rückkehr den besten Freund vergessen haben („Die letzte Minute“) oder sogar selbst entscheiden, ob ein Römer, eine Forscherin oder ein Lehrer im Nullpunkt der Zeit verweilen muss („Gefangen im Nullpunkt – du hast dein Schicksal in der Hand“); sie wurden Zeugen eines Mordes im Goldenen Swing der 1920er Jahre („Ein letzter Martini…“) oder im Jahr 1975 („Spurensuche durch die Zeit“), erlebten die ultimative „Hamstergleichung“ unter Aufopferung mehrerer Nagetiere ebenso wie die Warnungen der wissenden Kassandra vor einem geplanten Mord („Sie kennt dein Ende“). Mit „Eidolon: Der Traum kennt dein Gesicht“ ließ sich sogar erneut eine Inszenierung bewundern, die mit großen Erfolg auf dem letztjährigen Theaterfest zum Thema „Träume“ zur Aufführung gekommen war.
    Diese theatralen Abenteuerreisen durch die Jahrhunderte komplettierten das Bemalen von Keramik mit dem MSS-Kunstkurs von Herrn Pröls, ein Mitmachzirkus der Zirkus-AG unter Leitung von Herrn Meixner und ein beeindruckendes Live Action Painting von Siebtklässlern (angeleitet von Frau Breil und Frau Böyer), während Kunst-Schülerinnen und -Schüler der 6d Mythen im selbst gestalteten Karton präsentierten und das Publikum so auf eine ganz eigene Zeitreise ins antike Griechenland mitnahmen. Auch die Musical-AG von Herrn Lehmann war wieder mit „Irgendwas mit Impro…“ live dabei. Die mehrmaligen Inszenierungen und Präsentationen, in die die Kurse, Klassen und AGs sehr viel Arbeit und eigene Kreativität gesteckt hatten, trugen zu einer ganz neuen Erfahrung bei, da viele Schülerinnen und Schüler noch nie vor einem größeren Publikum gestanden hatten.
    Abschließend kann man festhalten, dass das Theaterfest ein voller Erfolg war. So sehr sogar, dass es nächstes Jahr ein großes ,,Fest der Künste“ geben soll: ein gemeinsames Projekt, das Theater, Kunst und Musik umfasst und zeigen soll, wie lebendig und vielgestaltig künstlerisches Schaffen am MGL ist.
    Dieser Tag hätte ohne so viel Engagement nicht stattfinden können und jeder Beteiligte kann stolz sein auf seine Leistung. Ein großer Dank geht natürlich auch an die Zuschauer, die das Fest mit großem Interesse verfolgt haben.
    Wir vom MGL freuen uns schon darauf, nächstes Jahr alte und neue Besucher
    begrüßen und überraschen zu dürfen!

    Lena Schlochtermeier und Franziska Jodl

  • Jump ’n Fly begeistert das Publikum

    Jump ’n Fly begeistert das Publikum

    Auch in diesem Jahr gelang es der Zirkus-AG wieder, ihr Publikum mit einer zweieinhalbstündigen Show zu begeistern. Die Geschichte der videospiel-süchtigen Lisa, die in das Spiel gesogen wird und erst nach viel Training und wilden Übungen von der Königin dieses Reichs wieder frei gelassen wird, zog die Besucher in ihren Bann. Die rund 50 jungen Artistinnen und Artisten begeisterten ihr Publikum mit wagemutigen Tricks und wilden Darbietungen. Lassen Sie sich mit der Auswahl an Szenenfotos verzaubern…

    Gleich am nächsten Tag startete die Zirkus-AG darüber hinaus noch beim Linzer Stadtfest mit einem Mitmachzirkus, anschließend stürmten die Jugendlichen auch noch auf die Bühne und zeigten Teile ihres Showprogramms. Auch hier gab es tosenden Beifall.

  • Die DS-Kurse der MSS12 präsentieren: Das MGL-Theaterfest: „Zeitreisen – Rendezvous mit Raum und Zeit“

    Die DS-Kurse der MSS12 präsentieren: Das MGL-Theaterfest: „Zeitreisen – Rendezvous mit Raum und Zeit“

    Stell dir vor, du reist in die Zukunft und stößt auf die Nachricht deines eigenen gewaltsamen Todes. Stell dir vor, du bist in der Vorzeit gestrandet und du spürst schon die mächtigen Schritte des T-Rex. Stell dir vor, du kehrst von einer Reise aus der Vergangenheit zurück – doch du hast dort einen Freund vergessen. Stell dir vor, du wirst Zeuge eines Mordes, doch erst eine Zeitreise in die Vergangenheit wird enthüllen, wie das Gift tatsächlich in das Getränk gelangt ist.

    Im dritten Jahr steht das MGL-Theaterfest diesmal unter dem Motto „Zeitreisen“! – Können wir unsere Vergangenheit ändern? Ist unsere Zukunft bereits festgeschrieben? Wollen wir die Zukunft überhaupt kennen? Und was würden wir mit diesem Wissen anfangen? – Für uns bedeutet das Thema nicht nur spannende Geschichten, sondern auch die Möglichkeit, über Verantwortung, Konsequenzen und die Bedeutung jedes einzelnen Moments nachzudenken. Das macht Zeitreisen zum idealen Stoff für ein kreatives Theaterprojekt!

    Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,
    macht euch bereit für ein sprunghaftes Abenteuer durch die Jahrhunderte! Die DS-Kurse der MSS12 haben zu dem selbstgewählten Thema eigens für euch brandneue Szenen geschrieben, die euch zum Lachen, Staunen und Nachdenken bringen werden. Wir freuen uns auf eure begeisterten Reaktionen – und darauf, gemeinsam an der Uhr zu drehen!

    Und das ist nicht alles: Wie immer wollen wir die ganze Vielfalt der darstellenden Künste am MGL zeigen. Erhaltet Einblicke in die Arbeit der Musical-AG. Haltet euch die Augen zu, wenn die Zirkus-AG waghalsige Kunststücke aus ihrem aktuellen Programm präsentiert. Seht ganz genau hin, wenn die Schülerinnen und Schüler der 6D euch einen Einblick in die griechische Mythenwelt präsentieren. Staunt, wie Schülerinnen und Schüler aus der 7 in einer außergewöhnlichen Action-Painting-Performance zu Rap- und Hip-Hop-Rhythmen Farben auf die Leinwand werfen und dabei Breakdance tanzen. Und genießt dazu farbiges Popcorn im Stil abstrakter Gemälde, das ein Kunst-GK der MSS12 kreiert und kredenzt.

    Und damit ihr zwischen den Zeitsprüngen kurz Luft holen könnt, ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt: Snacks und kühle Getränke stehen in der Aula für euch bereit.

    Wann: 20. Juni 2026, 15 bis 20 Uhr
    Wo: Martinus-Gymnasium Linz

    Schüler: 5,- EUR / Erwachsene: 7,- EUR

    Karten gibt es ab dem 10.6. im Sekretariat und in den Pausen im Foyer zu kaufen.

  • Stufe 10 – Abschlussfahrt nach Berlin

    Stufe 10 – Abschlussfahrt nach Berlin

    Am Montag, den 18. Mai, ging es für alle drei Klassen aus der Stufe 10 früh morgens nach Berlin für unsere Abschlussfahrt. Mit einem hübschen Doppeldeckerbus tuckerten wir durch halb Deutschland 9 Stunden in Richtung Hauptstadt.
    Gegen 16 Uhr kamen wir in unserem Hostel ganz in der Nähe des Hauptbahnhofes an. Nach einem chaotischen Check-In und einer ersten Begutachtung der Zimmer wurde eine erste Tour durch Berlin gemacht. Die anderen Klassen durften dies frei ohne Lehrer machen, während wir, die 10a, natürlich wieder mit den Lehrern und „vorbereiteten“ Präsentationen rumliefen.
    Zum Glück war das aber schnell geschafft. In der darauffolgenden Freizeit gingen die meisten etwas Essen, wir waren z.B. bei Goldies Burger essen.
    Um 22 Uhr mussten wir wieder im Hostel sein wegen der Nachtruhe. Geschlafen haben aber die wenigsten. Meistens wurde zusammen in den Zimmern noch geredet, in der Lobby Karten gespielt oder auf den Fluren rumgelaufen.

    Am nächsten Morgen waren aber trotzdem alle fit und munter um 8 Uhr beim Frühstück.
    Danach hieß es auf nach Hohenschönhausen, ein ehemaliges Gefängnis aus der DDR. Für rund 90 Minuten wurden wir klassenweise von Zeitzeugen durch die verschiedenen Gefängnisgebäude geführt. Ein Anblick und eine Historie, die einem direkt die Laune verderben.
    Nach den Führungen ging es mit dem Bus in die Stadtmitte für ein schnelles Mittagessen, und wenn ich schnell sage, mein ich auch schnell aka nur 20 Minuten. Der Zeitdruck lenkte die meisten zu KFC oder zu Munchies, einem bekannten Food Spot für Burger und Tacos.
    Danach hieß es zurück in den Bus für eine 3-stündige Stadtrundfahrt mit Führer. Bei dem schönen Wetter hätten die meisten bestimmt eine Tour zu Fuß (oder einfach Freizeit) dem Bus vorgezogen, aber ganz grauselig war es natürlich auch nicht.
    Nach der Stadtrundfahrt gab es etwas Freizeit zum Abendessen und Frischmachen, bevor es zu den verschiedenen Kulturveranstaltungen ging. Wir waren im Friedrichstadtpalast und schauten uns eine akrobatische Show mit Tanz und Gesang an. Andere waren im Berliner Ensemble, in der Staatsoper Unter den Linden, im Konzerthaus Berlin, im Grips Theater und im Chamäleon Theater. Nach den diversen Vorführungen liefen die Gruppen zurück zum Hostel, wobei unsere Gruppe mit den Lehrern einen Stopp für einen Döner machte.
    Mittwochmorgen standen Fahrradtouren mit unterschiedlichen Themen auf dem Programm. Die meisten Schüler/-innen fuhren nach Kreuzberg, aber auch Touren zu den Berliner Highlights und zur Mauer gab es. Wir waren in der letzteren Gruppe und bekamen von einer netten Führerin eine spannende Radtour entlang der Mauer mit Stopps an verschiedenen wichtigen Stellen samt kleinerer Vorträge.
    Gegen 13 Uhr waren alle mit ihren Fahrrädern zurück und wir wurden in unsere wohl verdiente Freizeit entlassen. Viele holten sich erst einmal etwas zum Essen. Danach beschäftigten sich die meisten mit Shopping oder machten eigene Touren durch unsere riesige Hauptstadt. Wir waren fürs Mittagessen zum Alexanderplatz gefahren und verbrachten dort auch unsere restliche Freizeit. Wir gingen ein bisschen Shoppen und testeten weitere Food Spots.
    Um 19:30 Uhr trafen sich alle wieder am Paul-Löbbe-Haus für unser Treffen mit Frau Ellen Demuth und unserem anschließenden Besuch des Bundestages. Rund eine Stunde erzählte uns Frau Demuth über ihren Arbeitsalltag in der Bundesregierung. Anschließend durften wir Fragen stellen und dann ging es auf zum Abendessen im Paul-Löbbe-Haus. Ich glaube, wir hatten alle ein fancy Essen erwartet, weil wir ja unter bekannten Politikern waren, aber diese Vorstellung wurde uns genommen. Das Essen war natürlich trotzdem gut, aber einen Freidrich Merz kann ich mir in dieser Kantine nicht vorstellen.
    Danach wurden wir durch einen Tunnel in das Reichstagsgebäude geführt, wo wir erstmal das Dach des Reichstages und die Kuppel besichtigen durften. Es war zwar schon spät, aber selbst im Dunkeln hat man von dort oben eine wunderschöne Sicht über Berlin. Abschließend erhielten wir einen Vortrag im Plenarsaal über den Aufbau und die Vorgehensweise der Bundesregierung. Auch ein paar Scheinabstimmungen zu Themen wie Wehrpflicht und Wählen ab 16 durften wir machen.
    Am Donnerstag standen diverse Museen, wie das Jüdische Museum, das DDR- Museum, das Computerspiele-Museum und die Alte Nationalgalerie auf dem Plan. Wir waren mit rund 20 Leuten im Jüdischen Museum und bekamen unter dem Thema „Juden und Jüdinnen in Deutschland nach 1945“ eine Tour durch die Ausstellungen. Ein wirklich interessantes und gleichzeitig bedrückendes Themenfeld.
    Gegen ca. 12 Uhr waren wir fertig und hatten bis 17 Uhr Freizeit. Ein paar blieben noch im Jüdischen Museum, während wir uns auf zum KaDeWe machten, dem Kaufhaus des Westens. Dort angekommen suchten wir uns erstmal etwas zum Mittagessen und schlenderten dann durch das KaDeWe und die angrenzenden Shopping-Straßen. Neben „durchschnittlichen“ Marken wie H&M, Adidas und Tommy Hilfiger gab es auch Luxusmarken wie Chanel, Louis Vitton und Hermès. Eine Tasche für rund 10.000 Euro lag aber leider nicht in unserem Budget.
    Nach der Freizeit machten wir eine Schiffstour auf der Spree. Auf einem kleinen Touristenboot tuckerten wir durch Berlin und konnten die Sehenswürdigkeiten, an denen wir die letzten Tage immer wieder vorbeigelaufen waren, auch mal vom Wasser aus sehen.
    Auf die Spreetour folgte wieder etwas Freizeit bis 22 Uhr, um einen letzten schönen Abend in Berlin zu verbringen. Auch zurück im Hostel wurde sich weiter munter versammelt, um die Abschlussfahrt vernünftig ausklingen zu lassen.
    Freitagmorgen, den 22. Mai, war es Zeit für die Rückfahrt. Vielen wollten die wunderschön chaotische Großstadt gar nicht loslassen und zurück in den Alltag gehen. Aber unsere Zeit war leider zu Ende.

    Ich glaube, wir sprechen für die ganze Stufe, wenn wir sagen, dass Berlin eine gelungene Abschlussfahrt war. Es war wunderbar unsere Hauptstadt endlich mal mit eigenen Augen zusehen. Die bunte Großstadt mit allem, was sie zu bieten hat, mag es gut oder schlecht sein, war eine spannende Erfahrung, die wir nicht so schnell vergessen werden.
    Berlin, du wirst uns fehlen!

    Esmeray Ceylan und Coco von Almen

  • Jump ’n Fly

    Jump ’n Fly

    Lisa ist ein computer-süchtiges Mädel, das nichts mehr mit ihren Freundinnen unternehmen will. Sie wird in die bunte Welt ihrer Spielekonsole hineingesogen und muss sich dort vielen neuen Herausforderungen stellen. Über eine Vielzahl von wilden und gefährlichen Leveln hinweg muss sie, begleitet von einem seltsamen Häschen und einem Känguru, Prüfungen bestehen. Heißt es am Ende „Game over“ oder wird die Königin dieses bunten Reichs sie doch wieder in ihre eigene Welt zurückkehren lassen?…

    Lassen Sie sich verzaubern von der diesjährigen Show der Zirkus-AG, in der Ihnen über 50 Schülerinnen und Schüler ein tolles Programm präsentieren werden!

  • MINT am Abend

    MINT am Abend

    Bei der Veranstaltung „MINT am Abend“ stellten Schülerinnen und Schüler von Klasse 5 bis hin zu Abiturienten ihre vielfältigen experimentellen Arbeiten im MINT-Bereich einer breiten Öffentlichkeit vor. Dieses am MGL neue Veranstaltungsformat war gleich bei seiner ersten Auflage ein voller Erfolg: Eine große Zahl von Eltern sowie von Mitschülerinnen und Mitschülern folgte der Einladung und war beeindruckt von der Breite an Themenstellung, die sich die Jugendlichen ausgesucht hatten, und den spannenden experimentellen Ansätzen sowie den hohen wissenschaftlichen Standards, die die Arbeiten aufwiesen.

    Bereits die NawiPLUS-Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 zeigten in einem eigenen Klassenraum, welch spannende Projekte sie im Rahmen der NawiPLUS-Stunden verwirklicht haben: es wurden Bauteile mit Hilfe von Pilzmycel erzeugt, die Zahnverfärbung durch verschiedene Getränke wurde untersucht, der Einfluss von Strom auf das Pflanzenwachstum studiert, die Lärmbelastung im Unterrichtsalltag unter die Lupe genommen und vieles mehr. Die jungen Schülerinnen und Schüler wussten den Besuchern fundiert Rede und Antwort zu stehen, sogar auf Englisch, als sich Conny Modig, der Schulleiter unserer schwedischen Partnerschule, über die Projekte informieren ließ. Auch er war sehr beeindruckt, von den tollen Präsentationsleistungen unserer Jungforscherinnen und Jungforscher.

    Die Preisträgerinnen und Preisträger bei den Jugend-forscht-Wettbewerben traten bei MINT am Abend im Rahmen eines Science Slams an, in dem sie ihre Projekte in kurzweiligen, allgemein verständlichen Vorträgen dem Publikum vorstellten. Auch hier beeindruckte die Themenvielfalt: Von Insulinschokolade (Chiara Heger, Inga Rondot, 6b) und einem KI-Gebärdensprachen-Übersetzer (Miriam Willscheid, Kyra Kronfoth, Tatiana Neve, MSS 11) über Proteinriegel (Marie Diederich, MSS 11) und einer Apparatur zur Nutzung von Geh-Energie (Harun Kedikoglu, Caner Akden, Fabian Schuh, 9a) bis hin zu einem Myonendetektor (Ishan Kes, MSS 13) und der Erforschung von Exoplaneten (Lotta Rondot, 9b, Johanna Mielke, 10c, Ronja Rondot, MSS12). Nach sechs inspirierenden Vorträgen hatte das Publikum die Qual der Wahl: es bestimmt mittels eines Online-Votings über die Gewinner des 1. Linzer Science Slams. Dieser Preis ging an Chiara Heger und Inga Rondot.

    Umrahmt wurde die Veranstaltung von unserer Schulband Obstschale, die aus fünf Schülern der MSS13 besteht, die an diesem Abend den letzten Auftritt ihrer Schulkarriere hinlegten und das Publikum noch einmal mit ihrem tollen Band-Sound begeisterten.

    Allen Beteiligten an diesem Abend ein herzliches Dankeschön! Ihr habt den MINT-Bereich des MGLs toll vertreten!!! Und die begeisterte Resonanz beim Publikum verlangt nach einer Neuauflage von MINT am Abend im kommenden Jahr – bestimmt auch dann wieder mit ganz vielen neuen, spannenden Forschungsfragen.

    Text: Helmut Meixner / Bilder: Tobias Lehmann

  • Abitur 2026 – das MGL feiert seine Absolventen

    Abitur 2026 – das MGL feiert seine Absolventen

    Bei der Abiturzeugnisvergabe des Martinus-Gymnasiums wurde das Ende der Schulzeit der 63 Abiturientinnen und Abiturienten – davon 12 mit einer 1 vor dem Komma – in der Linzer Stadthalle gebührend gefeiert.

    Sarah Chica Giraldo wurde als Anerkennung für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz in der Schule mit einer Urkunde des Bildungsministers und einem Buchpreis ausgezeichnet. Den Preis für das beste Abitur erhielt Ihsan Kes und zahlreiche Fachschaften würdigten jeweils die besten Leistungen. Zum ersten Mal wurde zudem der Abiturpreis der Stadt Linz für besonderes Engagement für die Schulgemeinschaft und die Jahrgangsstufe an das Abi-Komitee verliehen. Das MGL gratuliert herzlich und wünscht alles Gute für eure weiteren Lebenswege!

  • Epochaler Kunstunterricht am MGL

    Was im epochalen Kunstunterricht möglich wird – Zeit für künstlerische Tiefe und persönliche Entwicklung

    Kunst braucht Zeit.

    Zeit zum Beobachten. Zeit zum Ausprobieren. Zeit zum Verwerfen und Neubeginnen. Vor allem aber Zeit, um Gedanken, Fragen und persönliche Themen wirklich entwickeln zu können.

    Der epochale Kunstunterricht in der Jahrgangsstufe 10 bietet genau diesen Raum. Über ein halbes Jahr hinweg konnten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv und zusammenhängend mit einem großen Thema beschäftigen: Individualität und Selbstinszenierung.

    Anders als in kürzeren Unterrichtssequenzen entstand hier ein kontinuierlicher Prozess – ein Weg vom ersten Begriffsklären über kunsthistorische Annäherungen bis hin zu eigenständigen künstlerischen Arbeiten. Diese zeitliche Dichte ermöglichte Vertiefung, Reflexion und nachhaltige Entwicklung.

    Ausgehend von einer gemeinsamen Klärung zentraler Begriffe wie Selbstbild, Identität, Rolle und Inszenierung näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema über Selbstbildnisse aus verschiedenen Epochen. Werke von Albrecht Dürer, Rembrandt, Rosalba Carriera, Meret Oppenheim, Frida Kahlo und Maria Lassnig dienten als Ausgangspunkt für Bildanalysen und Gespräche:

    Wie zeigt sich ein Mensch selbst? Was wird sichtbar – und was bleibt verborgen?

    Dabei wurde deutlich, wie vielfältig künstlerische Selbstbefragung sein kann: zwischen Repräsentation und Verletzlichkeit, zwischen Inszenierung und innerem Empfinden.

    Parallel dazu richtete sich der Blick auf die Gegenwart: auf mediale Selbstbilder, soziale Rollen und die Frage, wie Identität heute gestaltet und dargestellt wird. In offenen Gesprächen reflektierten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Rollen im Leben und entwickelten ein wachsendes Bewusstsein für die Wechselwirkung zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung.

    Ein wesentlicher fachpraktischer Baustein war die systematische Erarbeitung der Porträttechnik. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit Proportionen des Gesichts, Achsen, Augenabständen, Lichtführung und Schattierung. Durch genaue Beobachtung, zeichnerische Übungen und differenzierte Tonwertarbeit entwickelten sie Sicherheit im Umgang mit Form und Ausdruck. Diese handwerkliche Grundlage bildete die Basis für die spätere freie Selbstinszenierung.

    Über das gesamte Halbjahr hinweg führten die Schülerinnen und Schüler zudem ein künstlerisches Tagebuch – eine Form ästhetischer Forschung. Hier verbanden sich Zeichnungen, Texte, wissenschaftliche Impulse und persönliche Reflexionen. Viele beschrieben diesen kontinuierlichen Prozess als besonders motivierend, da er ihnen half, dranzubleiben und eine eigene gestalterische Sprache zu entwickeln.

    Ein weiterer Höhepunkt war der Museumsbesuch im Wallraf-Richartz-Museum in Köln, verbunden mit einem Workshop unter theaterpädagogischer Leitung. Die Begegnung mit Originalen und die performative Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstbild vertieften die schulische Arbeit und stärkten zugleich die Klassengemeinschaft.

    Den Abschluss bildete ein eigenständiges Projekt zur Selbstinszenierung. Jede Schülerin und jeder Schüler entwickelte ein individuelles Kunstwerk – in frei gewählter Technik und persönlicher Ausrichtung. Die Präsentationen zeigten nicht nur gestalterische Vielfalt, sondern auch bemerkenswerte Offenheit und Reflexionsfähigkeit.

    All dies konnte nur in einer besonderen Atmosphäre entstehen. Über die Monate hinweg wuchs ein spürbares Vertrauen innerhalb der Lerngruppe. Gespräche waren offen und respektvoll, persönliche Gedanken wurden ernst genommen. Diese Vertrautheit bildete die Grundlage dafür, dass sich die Jugendlichen nicht nur künstlerisch, sondern auch inhaltlich auf das Thema einlassen konnten.

    In ihrem Feedback beschrieben die Schülerinnen und Schüler den Unterricht als „abwechslungsreich“, „persönlich“ und „motivierend“. Besonders hervorgehoben wurden die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung, die Verbindung zu eigenen Interessen sowie der nachhaltige Impuls, ein eigenes Skizzenbuch weiterzuführen. Eine Schülerin schrieb, der Unterricht habe ihr „die nötige Motivation gegeben, endlich anzufangen“. Ein anderer Schüler betonte, dass er durch das Projekt die Frage „Wer bin ich?“ heute anders beantworten könne als zu Beginn des Halbjahres.

    Der epochale Kunstunterricht zeigte eindrücklich, was möglich wird, wenn Kunst Raum bekommt:

    Nicht nur Produkte entstehen – sondern Prozesse. Nicht nur Bilder – sondern Erkenntnisse. Und nicht nur Unterricht – sondern eine persönliche Reise.

    Museumsbesuch im Wallraff-Richartz-Museum, Köln

  • Strahlende Kinderaugen begeistern Senioren

    Strahlende Kinderaugen begeistern Senioren

    Im Rahmen der landesweiten Demographiewoche Anfang November waren rund 40 Bewohnerinnen und Bewohner aus mehreren Linzer Seniorenheimen zu Gast am Martinus-Gymnasium, wo ihnen die Zirkus-AG eine bunte Show bot. Begeistert verfolgten die Seniorinnen und Senioren die Kunststücke, die die Kinder am Trapez, am Vertikaltuch oder auf den Laufbällen zeigten. Da wurden Räder geschlagen und Pyramiden gebaut, es flogen Diavolos und Flower Sticks durch die Luft.

    Die Begrüßung aller Teilnehmenden lag bei unserem Schulleiter Thomas Schmacke und Frank Becker, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Linz. Beide hoben das Engagement der Kinder und Jugendlichen hervor, die vielen älteren Menschen einen wundervollen Vormittag bereiteten. Aber auch für unsere Schülerinnen und Schüler war diese Veranstaltung ein tolles Event, denn sie konnten erneut ihre besonderen Fähigkeiten präsentieren und durften in die begeisterte Augen der älteren Menschen blicken. Eine wundervolle Brücke zwischen den Generationen – wir freuen uns schon auf eine Wiederholung im kommenden Jahr!

    Helmut Meixner, Bilder: Joscha Wölbert (VG Linz am Rhein)

  • Kreatives Projekt im Religionsunterricht

    Kreatives Projekt im Religionsunterricht

    Im katholischen Religionsunterricht der MSS 12 haben wir im Rahmen der Unterrichtsreihe „Christologie“ an einem kreativen Projekt gearbeitet. Dabei durften wir zwischen zwei Aufgaben wählen: Entweder das Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Form eines Videoprojekts aktualisieren oder ein Gedicht darüber verfassen, wie Jesus heute in unserer Gesellschaft handeln würde. Bei beiden Aufträgen sollte ein Bezug zur Weihnachtszeit hergestellt werden. Unsere Ergebnisse sind alle sehr unterschiedlich ausgefallen. Alle zeigen aber, wie biblische Inhalte auf die heutige Zeit übertragen werden können.

    In der abschließenden Evaluation hat unser Kurs verschiedene Meinungen zu dem Projekt geäußert:

    „Wir fanden die Aufgabe sehr abwechslungsreich. So war es für uns leichter, das Gelernte kreativ zu vertiefen.“

    „Ich finde, dass so ein Projekt mal etwas anderes ist. Es war schön, eine andere Sicht auf Gleichnisse zu erhalten.“

    „Mich hat das Projekt in Weihnachtsstimmung versetzt. Ich mochte den Videodreh und das Schneiden hat auch großen Spaß gemacht.“

    „Wir fanden es beeindruckend, wie die Menschen in Linz auf unser Projekt reagiert haben. Viele Passanten haben uns angesprochen und wollten helfen.“

    Autorinnen: Caroline Grewe, Hannah Reuter, Johanna Kaminski, Dana Apel, Mina Hecken

    Die Gedichte

    Glaube in diesem Jetzt ist ein unruhiges Feuer, das sich im Nebel der Fragen windet und doch eine Spur aus hellem Licht hinterlässt

    ein Gewebe aus alten Zeichen, das sich in das stetige Flutlicht der Gegenwart streckt und dort mit stiller Ausdauer fortwirkt

    Es lebt nicht mehr nur im Gotteshaus, sondern in jenem Augenblick, in dem ein Mensch innehält und die Welt sich ihm für einen Schlag weit öffnet

    Glaube in unserem Jetzt bedeutet, in einer Zeit, in der die seelische Landschaft von konkurrierenden Fragmenten moralischer Erzählungen zerrissen ist, eine Art transzendente Architektur zu erkennen, die nicht nur Halt verspricht, sondern den Mut erzwingt überhaupt Halt suchen zu wollen

    Wenn Jesus Christus in diesem Gefüge hervortritt, dann nicht als bloßer kultureller Bezugspunkt, sondern als Störer und Spiegel, der den einzelnen dazu bringt, das eigene Chaos als notwendig Vorstufe von Ordnung zu begreifen

    So wird seine Gegenwart eher eine stille Zumutung die weniger leitet, als verlangt, dass man sich unter der Schwere der eigenen Verantwortung neu zusammensetzt

    Wenn Jesus heute wäre, nähme er sich unserer Schuld an. Jener Schuld, die uns blind macht für die Auswirkung unserer gemeinsamen Eitelkeit auf andere

    Er würde uns beibringen, den blendenden Lärm des Egos zum Schweigen zu bringen und uns denen zuzuwenden, die, die lodernden Flammen der Rachsucht löschend, die Stärke besitzen uns geduldig um Hilfe zu bitten

    Er würde uns lehren, den Segen von Ehrlichkeit und Wahrheit zu erkennen und in jener anspruchsvollen Haltung sich selbst wie anderen aufrichtig zuzuwenden, so dass dieser Segen in authentischen Begegnungen sichtbar würde

    So würde seine Gegenwart wie ein Licht durch die dunklen Nächte schimmern, das die Welt durchdringt und uns einlädt, innezuhalten, zu teilen und die Wärme zu spüren, die aus der Nähe zueinander und aus seinem Wirken erwächst

    Wenn Jesus nun heute unter uns wäre, würde er sich fragen, ob die Wahrheit einer Absicht sich in der Tat zeigt, ob das Tun, das wir wählen, unser Herz wirklich widerspiegelt und wie viel von uns selbst wir bereit sind, in jedem Moment einzubringen, um die Wärme, die wir empfangen, auch weiterzugeben

    Autor: Mael Nasution

    Jesus glaubt erneut
    Ich traf nachts einen Mann am Bahnhof,
    Er saß stumm auf einer Bank.
    Augen rot und Rücken gebeugt,
    Ich dachte, er sei krank.
    Als ich mich ihm näherte,
    Sah ich ihn still weinen.
    Ich setzte mich neben ihn und fragte:
    „Warum bist du so alleine?“
    Er hob seinen Kopf und sah mich an,
    Eine Frage in seinem Gesicht.
    Ich sagte, „Es ist Heiligabend!“
    Er sagte, „Das wusste ich nicht.“
    Dann fragte ich, „Wo kommst du her?“
    Er sagte nur: „Von weit entfernt…“
    Sein Heimweh war ihm anzusehen,
    Als wäre er von einem anderen Stern.
    „Ich wollte mir die Welt ansehen,
    Außerhalb meines Heims.“
    „Die Welt ist so wie immer,“ meinte ich,
    „Sie hält nichts vor dir geheim.“
    „Doch! Ich hab‘ nur einmal weggeschaut
    Und alles scheint kaputt.
    Man hat versucht, es aufzubauen,
    Doch die Welt bleibt Staub und Schutt.“
    Ein Schmerz breitete sich in mir aus,
    Ich kannte sein Gefühl genau,
    „Ich kann die Sterne nicht mehr sehen,“ sagte er,
    „Der Himmel ist zu grau.“
    „Mach dir keine Sorgen,
    Das sind nur Wolken,“ antwortete ich.
    Doch er sah trotzdem hoffnungslos hinauf
    Und suchte nach dem Sternenlicht.
    „Es sind nicht nur die Sterne,
    Die sich vor mir verstecken.
    Wo ist der Frieden? Nach all diesen Jahren
    Sollte er sich nicht über die ganze Welt erstrecken?“
    Ich starrte ihn ungläubig an,
    Wann war er das letzte Mal raus gegangen?
    Sah er nie die Nachrichten,
    War er in seiner eigenen, naiven Welt gefangen?
    „Die Welt ist nicht leicht zu überreden,
    Da kannst du nicht viel tun.
    Du bist immerhin nicht allmächtig,
    Ein Mensch muss sich auch ausruh’n.“
    Er warf mir einen zögernden Blick zu
    Und zog mich in seinen naiven Bann.
    Denn er sagte: „Was wenn ich dir sagen würde,
    Dass ich sehr wohl alles kann?“
    Ich lachte auf: „Wenn das so ist,
    Warum sitzt du hier, allein?
    Würde nicht jeder gern mit einem Mann,
    Der alles kann, befreundet sein?“
    „Meine Freunde sind schon lange tot
    Und die Gläubigen von denen ich weiß,
    Tun schreckliche, verletzende Dinge,
    Ihre Herzen kalt wie Eis.“
    Obwohl ich mich wunderte,
    Von welchen Gläubigen er sprach,
    Wollte ich ihn nicht unterbrechen,
    Also fragte ich nicht nach.
    Er sprach weiter: „Wenn man doch Menschen sagt,
    Woran sie glauben sollen,
    Würde man nicht auch für sich selbst
    Diesen Glauben ausführ’n wollen?“
    „Ich denke, die richtigen Leute wissen,
    Was Glauben wirklich bedeutet.
    Vielleicht braucht die Welt noch etwas Zeit,
    Funktioniert noch nicht jetzt, noch nicht heute.
    Aber mit ein bisschen Hoffnung und Willen,
    Welche du sicherlich in dir hast,
    Kannst du helfen, die Puzzleteile zu finden,
    damit die Welt wieder zusammen passt.“
    Er nickte langsam, nachdenklich.
    „Ich will etwas tun, etwas Gutes.“
    „Okay, dann mach‘ das,“ sagte ich.
    „Ich weiß nur nicht mehr, was gut ist.“
    Schon verwirrte mich der Mann schon wieder
    Mit seiner uninformierten Moral.
    Aber er sah so unbeholfen aus,
    Ganz traurig und auch schmal.
    „Wenn du doch alles kannst,
    Dann fang an Kranke zu heilen,
    Gib Menschen Hoffnung auf den Weg,
    Du kannst mit ihnen dein Brot teilen.“
    „Genau das habe ich doch getan!
    Anscheinend hat es nichts gebracht!
    Menschen schlagen, reißen, töten
    Und sprechen trotzdem ein Gebet in der Nacht.“
    „Red‘ doch nicht über Menschen,
    Als wären sie alle gleich!
    Es ist, als schaust du durch ein Fernglas
    Auf den kleinst-möglichen Menschen-Teich.“
    Er schaute auf den Boden.
    Es lagerte sich ein flaues Gefühl in meinem Bauch.
    „Menschen sind innerlich gut,“ flüsterte er,
    „Das weiß ich eigentlich auch.“
    Mein Bauchgefühl dehnte sich aus,
    Bis es schließlich aufriss,
    Ich hoffte nur, der Mann bemerkte nicht,
    Wie ich mir nervös die Lippen blutig biss.
    „Ich habe auch Angst, glaub‘ mir,
    Sogar viel zu viel.
    Aber die Menschheit aufzugeben?
    Das ist nicht mein Ziel.“
    „Du hast Recht,“ sagte er,
    „Du gibst mir noch Hoffnung.
    Ich muss nun leider gehen,
    Doch du bleibst mir in Erinnerung.“
    Mein Bauchgefühl konnte nun endlich verschwinden,
    Nur musste meine Neugier schnell nach eilen:
    „Wohin gehst du jetzt?“ Er lächelte nur:
    „Ich gehe nun endlich die Welt heilen.“
    „Viel Erfolg dabei.“ Er schaute mir ernst in die Augen und sagte:
    „Du sagtest, es sei Heiligabend?“
    „Ja, warum fragst du?“
    „Weil ich an Heiligabend Geburtstag habe…“
    „Wie alt wirst du?“
    Er duckte sich.
    „Du wirst es mir nicht glauben,
    Aber ich bin ab heute 2025.“
    Langsam drehte er sich um,
    Und ließ mich allein im Dunkeln.
    Ich war völlig perplex, ich hätte schwören können,
    Dass die Sterne wieder anfingen, zu funkeln.
    Einen letzten Blick ihm zuwerfend,
    Winkte ich ihm zu, schaute ihn ein letztes Mal an,
    Dann kam schon meine Bahn, ich stieg ein,
    und dachte mir: „Was für ein komischer, liebenswerter Mann.“

    Autorinnen: Mia Frerk und Sophie Dick

    Gebet an eine Sternschnuppe

    In einer kalten, klaren Nacht,
    blickte ich hinauf zu den Sternen
    und habe mir dabei gedacht,
    ihr Licht könnte mich nicht wärmen.

    Da sah ich einen hellen Schein,
    dessen Glühen mich entfachte,
    so stand ich dort ganz allein,
    erinnerte mich und dachte:

    war da nicht schon mal ein Stern gewesen,
    der die Menschen zur Erleuchtung führte?
    Ich begann ihn als Zeichen zu lesen
    und merkte, dass mich der Gedanke rührte.

    So sprach ich ein leises Gebet
    und wünschte mir vom vorbeiziehenden Kometen,
    dass das Licht der Welt unter uns aufgeht
    und er sie ändert, wie in all den Gebeten.

    Er würde jede Stimme hören
    und sich Zeit nehmen, zu verstehen.
    Es würde ihn nicht stören,
    er würde die Menschen wirklich sehen.

    Er würde sich nicht ablenken lassen,
    von Alltagsstress und Vorurteilen.
    Er würde lieben und nicht hassen
    und tiefe Wunden heilen.

    Die Alleinsterbenden besuchen
    und die Einsamkeit der Tage verdrängen.
    Er würde es wenigstens versuchen,
    anders als die Menschenmengen.

    Er würde sich gegen die Gesellschaft stellen
    und alle als gleichwertig ansehen.
    Die Frauen, die Kinder, die Homosexuellen,
    Für ihn wären sie nicht das Problem.

    Er würde die moderne Kirche kritisieren,
    die seine Botschaft absichtlich verzerrt.
    Die weiter Menschen diskriminieren
    und absichtlich das Schweigen lehrt.

    Er würde für Freiheit und Einheit sein
    und niemanden Sicherheit verwehren.
    Die Menschen von Lüge und Hetze befreien
    und sie zur Nächstenliebe bekehren.

    Er würde denen, die in Selbstmitleid versinken,
    geduldig neue Hoffnung geben,
    so dass sie aufhören zu ertrinken
    und endlich anfangen zu leben.

    Er würde tröstend alle Hände halten,
    die hilfesuchend ausgestreckt sind.
    Die der Jungen und der Alten,
    er hielte sie schützend, wie ein Kind.

    Er würde seine Schöpfung betrachten
    und sehen, dass wir sie ausgebeutet haben.
    Er würde verlangen, dass wir sie mehr achten,
    Verantwortung ist eine der wichtigsten Gaben.

    Wir erhielten als Geschenk die Welt,
    Die wir schützen und lieben sollten;
    nicht zerstören für Macht und Geld,
    wie es schon viele Menschen wollten.

    Er würde den Leuten Glauben schenken,
    die aufgehört haben, an sich selbst zu glauben.
    Ihnen hinaushelfen aus ihren tiefen Senken,
    dass sie sich sehen mit anderen Augen.

    Er würde jede Bombe bereuen,
    die in seinem Namen gefallen ist
    und jede Kugel verabscheuen,
    auch abgefeuert von einem Christ.

    Er würde sich nicht verlieren im Glanz
    der Spiegel, der Uhren und Dekorationen.
    Er hätte zu all dem eine Distanz
    und würde sich nicht mit ihnen belohnen.

    Er würde sein Hab und Gut teilen,
    mit denen, die wenig haben.
    Er würde bei ihnen verweilen,
    auch an ihren schlechten Tagen.

    Ich würde mir wünschen, wie er zu sein,
    nicht wie alle anderen Menschen.
    Manchmal wünsch ich es mir insgeheim,
    manchmal muss ich mit mir selber kämpfen.

    Die meisten Menschen würden ihn wohl nicht mögen,
    sie würden sich neidvoll mit ihm vergleichen.
    Sie vergleichen alles: ihr Leben, ihre Liebe, ihr Vermögen
    Und nie werden sie sich selber ausreichen.

    Doch bräuchte er nicht um Mensch zu sein,
    genau wie wir Fehler und Bedauern?
    Braucht es nicht genau diese Pein,
    zum Überwinden unserer Mauern?

    Können unser Wille und unser Handeln,
    –  die Dinge, die uns menschlich machen –
    nicht die ganze Welt verwandeln?
    Zeigen sie nicht die Starken und die Schwachen?

    Und all unsere Wünsche können wahr werden,
    wenn wir an uns glauben und zusammenschließen,
    dann werden wir selber die Lichter auf Erden
    und können gemeinsam das Leben genießen.

    Und jede Krise können wir überstehen,
    auch wenn vieles aussichtslos erscheint.
    Wir müssen handeln, anstatt nur zuzusehen
    und das müssen wir miteinander vereint.

    Autorin: Franziska Jodl