Schlagwort: Weihnachten

  • Kreatives Projekt im Religionsunterricht

    Kreatives Projekt im Religionsunterricht

    Im katholischen Religionsunterricht der MSS 12 haben wir im Rahmen der Unterrichtsreihe „Christologie“ an einem kreativen Projekt gearbeitet. Dabei durften wir zwischen zwei Aufgaben wählen: Entweder das Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Form eines Videoprojekts aktualisieren oder ein Gedicht darüber verfassen, wie Jesus heute in unserer Gesellschaft handeln würde. Bei beiden Aufträgen sollte ein Bezug zur Weihnachtszeit hergestellt werden. Unsere Ergebnisse sind alle sehr unterschiedlich ausgefallen. Alle zeigen aber, wie biblische Inhalte auf die heutige Zeit übertragen werden können.

    In der abschließenden Evaluation hat unser Kurs verschiedene Meinungen zu dem Projekt geäußert:

    „Wir fanden die Aufgabe sehr abwechslungsreich. So war es für uns leichter, das Gelernte kreativ zu vertiefen.“

    „Ich finde, dass so ein Projekt mal etwas anderes ist. Es war schön, eine andere Sicht auf Gleichnisse zu erhalten.“

    „Mich hat das Projekt in Weihnachtsstimmung versetzt. Ich mochte den Videodreh und das Schneiden hat auch großen Spaß gemacht.“

    „Wir fanden es beeindruckend, wie die Menschen in Linz auf unser Projekt reagiert haben. Viele Passanten haben uns angesprochen und wollten helfen.“

    Autorinnen: Caroline Grewe, Hannah Reuter, Johanna Kaminski, Dana Apel, Mina Hecken

    Die Gedichte

    Glaube in diesem Jetzt ist ein unruhiges Feuer, das sich im Nebel der Fragen windet und doch eine Spur aus hellem Licht hinterlässt

    ein Gewebe aus alten Zeichen, das sich in das stetige Flutlicht der Gegenwart streckt und dort mit stiller Ausdauer fortwirkt

    Es lebt nicht mehr nur im Gotteshaus, sondern in jenem Augenblick, in dem ein Mensch innehält und die Welt sich ihm für einen Schlag weit öffnet

    Glaube in unserem Jetzt bedeutet, in einer Zeit, in der die seelische Landschaft von konkurrierenden Fragmenten moralischer Erzählungen zerrissen ist, eine Art transzendente Architektur zu erkennen, die nicht nur Halt verspricht, sondern den Mut erzwingt überhaupt Halt suchen zu wollen

    Wenn Jesus Christus in diesem Gefüge hervortritt, dann nicht als bloßer kultureller Bezugspunkt, sondern als Störer und Spiegel, der den einzelnen dazu bringt, das eigene Chaos als notwendig Vorstufe von Ordnung zu begreifen

    So wird seine Gegenwart eher eine stille Zumutung die weniger leitet, als verlangt, dass man sich unter der Schwere der eigenen Verantwortung neu zusammensetzt

    Wenn Jesus heute wäre, nähme er sich unserer Schuld an. Jener Schuld, die uns blind macht für die Auswirkung unserer gemeinsamen Eitelkeit auf andere

    Er würde uns beibringen, den blendenden Lärm des Egos zum Schweigen zu bringen und uns denen zuzuwenden, die, die lodernden Flammen der Rachsucht löschend, die Stärke besitzen uns geduldig um Hilfe zu bitten

    Er würde uns lehren, den Segen von Ehrlichkeit und Wahrheit zu erkennen und in jener anspruchsvollen Haltung sich selbst wie anderen aufrichtig zuzuwenden, so dass dieser Segen in authentischen Begegnungen sichtbar würde

    So würde seine Gegenwart wie ein Licht durch die dunklen Nächte schimmern, das die Welt durchdringt und uns einlädt, innezuhalten, zu teilen und die Wärme zu spüren, die aus der Nähe zueinander und aus seinem Wirken erwächst

    Wenn Jesus nun heute unter uns wäre, würde er sich fragen, ob die Wahrheit einer Absicht sich in der Tat zeigt, ob das Tun, das wir wählen, unser Herz wirklich widerspiegelt und wie viel von uns selbst wir bereit sind, in jedem Moment einzubringen, um die Wärme, die wir empfangen, auch weiterzugeben

    Autor: Mael Nasution

    Jesus glaubt erneut
    Ich traf nachts einen Mann am Bahnhof,
    Er saß stumm auf einer Bank.
    Augen rot und Rücken gebeugt,
    Ich dachte, er sei krank.
    Als ich mich ihm näherte,
    Sah ich ihn still weinen.
    Ich setzte mich neben ihn und fragte:
    „Warum bist du so alleine?“
    Er hob seinen Kopf und sah mich an,
    Eine Frage in seinem Gesicht.
    Ich sagte, „Es ist Heiligabend!“
    Er sagte, „Das wusste ich nicht.“
    Dann fragte ich, „Wo kommst du her?“
    Er sagte nur: „Von weit entfernt…“
    Sein Heimweh war ihm anzusehen,
    Als wäre er von einem anderen Stern.
    „Ich wollte mir die Welt ansehen,
    Außerhalb meines Heims.“
    „Die Welt ist so wie immer,“ meinte ich,
    „Sie hält nichts vor dir geheim.“
    „Doch! Ich hab‘ nur einmal weggeschaut
    Und alles scheint kaputt.
    Man hat versucht, es aufzubauen,
    Doch die Welt bleibt Staub und Schutt.“
    Ein Schmerz breitete sich in mir aus,
    Ich kannte sein Gefühl genau,
    „Ich kann die Sterne nicht mehr sehen,“ sagte er,
    „Der Himmel ist zu grau.“
    „Mach dir keine Sorgen,
    Das sind nur Wolken,“ antwortete ich.
    Doch er sah trotzdem hoffnungslos hinauf
    Und suchte nach dem Sternenlicht.
    „Es sind nicht nur die Sterne,
    Die sich vor mir verstecken.
    Wo ist der Frieden? Nach all diesen Jahren
    Sollte er sich nicht über die ganze Welt erstrecken?“
    Ich starrte ihn ungläubig an,
    Wann war er das letzte Mal raus gegangen?
    Sah er nie die Nachrichten,
    War er in seiner eigenen, naiven Welt gefangen?
    „Die Welt ist nicht leicht zu überreden,
    Da kannst du nicht viel tun.
    Du bist immerhin nicht allmächtig,
    Ein Mensch muss sich auch ausruh’n.“
    Er warf mir einen zögernden Blick zu
    Und zog mich in seinen naiven Bann.
    Denn er sagte: „Was wenn ich dir sagen würde,
    Dass ich sehr wohl alles kann?“
    Ich lachte auf: „Wenn das so ist,
    Warum sitzt du hier, allein?
    Würde nicht jeder gern mit einem Mann,
    Der alles kann, befreundet sein?“
    „Meine Freunde sind schon lange tot
    Und die Gläubigen von denen ich weiß,
    Tun schreckliche, verletzende Dinge,
    Ihre Herzen kalt wie Eis.“
    Obwohl ich mich wunderte,
    Von welchen Gläubigen er sprach,
    Wollte ich ihn nicht unterbrechen,
    Also fragte ich nicht nach.
    Er sprach weiter: „Wenn man doch Menschen sagt,
    Woran sie glauben sollen,
    Würde man nicht auch für sich selbst
    Diesen Glauben ausführ’n wollen?“
    „Ich denke, die richtigen Leute wissen,
    Was Glauben wirklich bedeutet.
    Vielleicht braucht die Welt noch etwas Zeit,
    Funktioniert noch nicht jetzt, noch nicht heute.
    Aber mit ein bisschen Hoffnung und Willen,
    Welche du sicherlich in dir hast,
    Kannst du helfen, die Puzzleteile zu finden,
    damit die Welt wieder zusammen passt.“
    Er nickte langsam, nachdenklich.
    „Ich will etwas tun, etwas Gutes.“
    „Okay, dann mach‘ das,“ sagte ich.
    „Ich weiß nur nicht mehr, was gut ist.“
    Schon verwirrte mich der Mann schon wieder
    Mit seiner uninformierten Moral.
    Aber er sah so unbeholfen aus,
    Ganz traurig und auch schmal.
    „Wenn du doch alles kannst,
    Dann fang an Kranke zu heilen,
    Gib Menschen Hoffnung auf den Weg,
    Du kannst mit ihnen dein Brot teilen.“
    „Genau das habe ich doch getan!
    Anscheinend hat es nichts gebracht!
    Menschen schlagen, reißen, töten
    Und sprechen trotzdem ein Gebet in der Nacht.“
    „Red‘ doch nicht über Menschen,
    Als wären sie alle gleich!
    Es ist, als schaust du durch ein Fernglas
    Auf den kleinst-möglichen Menschen-Teich.“
    Er schaute auf den Boden.
    Es lagerte sich ein flaues Gefühl in meinem Bauch.
    „Menschen sind innerlich gut,“ flüsterte er,
    „Das weiß ich eigentlich auch.“
    Mein Bauchgefühl dehnte sich aus,
    Bis es schließlich aufriss,
    Ich hoffte nur, der Mann bemerkte nicht,
    Wie ich mir nervös die Lippen blutig biss.
    „Ich habe auch Angst, glaub‘ mir,
    Sogar viel zu viel.
    Aber die Menschheit aufzugeben?
    Das ist nicht mein Ziel.“
    „Du hast Recht,“ sagte er,
    „Du gibst mir noch Hoffnung.
    Ich muss nun leider gehen,
    Doch du bleibst mir in Erinnerung.“
    Mein Bauchgefühl konnte nun endlich verschwinden,
    Nur musste meine Neugier schnell nach eilen:
    „Wohin gehst du jetzt?“ Er lächelte nur:
    „Ich gehe nun endlich die Welt heilen.“
    „Viel Erfolg dabei.“ Er schaute mir ernst in die Augen und sagte:
    „Du sagtest, es sei Heiligabend?“
    „Ja, warum fragst du?“
    „Weil ich an Heiligabend Geburtstag habe…“
    „Wie alt wirst du?“
    Er duckte sich.
    „Du wirst es mir nicht glauben,
    Aber ich bin ab heute 2025.“
    Langsam drehte er sich um,
    Und ließ mich allein im Dunkeln.
    Ich war völlig perplex, ich hätte schwören können,
    Dass die Sterne wieder anfingen, zu funkeln.
    Einen letzten Blick ihm zuwerfend,
    Winkte ich ihm zu, schaute ihn ein letztes Mal an,
    Dann kam schon meine Bahn, ich stieg ein,
    und dachte mir: „Was für ein komischer, liebenswerter Mann.“

    Autorinnen: Mia Frerk und Sophie Dick

    Gebet an eine Sternschnuppe

    In einer kalten, klaren Nacht,
    blickte ich hinauf zu den Sternen
    und habe mir dabei gedacht,
    ihr Licht könnte mich nicht wärmen.

    Da sah ich einen hellen Schein,
    dessen Glühen mich entfachte,
    so stand ich dort ganz allein,
    erinnerte mich und dachte:

    war da nicht schon mal ein Stern gewesen,
    der die Menschen zur Erleuchtung führte?
    Ich begann ihn als Zeichen zu lesen
    und merkte, dass mich der Gedanke rührte.

    So sprach ich ein leises Gebet
    und wünschte mir vom vorbeiziehenden Kometen,
    dass das Licht der Welt unter uns aufgeht
    und er sie ändert, wie in all den Gebeten.

    Er würde jede Stimme hören
    und sich Zeit nehmen, zu verstehen.
    Es würde ihn nicht stören,
    er würde die Menschen wirklich sehen.

    Er würde sich nicht ablenken lassen,
    von Alltagsstress und Vorurteilen.
    Er würde lieben und nicht hassen
    und tiefe Wunden heilen.

    Die Alleinsterbenden besuchen
    und die Einsamkeit der Tage verdrängen.
    Er würde es wenigstens versuchen,
    anders als die Menschenmengen.

    Er würde sich gegen die Gesellschaft stellen
    und alle als gleichwertig ansehen.
    Die Frauen, die Kinder, die Homosexuellen,
    Für ihn wären sie nicht das Problem.

    Er würde die moderne Kirche kritisieren,
    die seine Botschaft absichtlich verzerrt.
    Die weiter Menschen diskriminieren
    und absichtlich das Schweigen lehrt.

    Er würde für Freiheit und Einheit sein
    und niemanden Sicherheit verwehren.
    Die Menschen von Lüge und Hetze befreien
    und sie zur Nächstenliebe bekehren.

    Er würde denen, die in Selbstmitleid versinken,
    geduldig neue Hoffnung geben,
    so dass sie aufhören zu ertrinken
    und endlich anfangen zu leben.

    Er würde tröstend alle Hände halten,
    die hilfesuchend ausgestreckt sind.
    Die der Jungen und der Alten,
    er hielte sie schützend, wie ein Kind.

    Er würde seine Schöpfung betrachten
    und sehen, dass wir sie ausgebeutet haben.
    Er würde verlangen, dass wir sie mehr achten,
    Verantwortung ist eine der wichtigsten Gaben.

    Wir erhielten als Geschenk die Welt,
    Die wir schützen und lieben sollten;
    nicht zerstören für Macht und Geld,
    wie es schon viele Menschen wollten.

    Er würde den Leuten Glauben schenken,
    die aufgehört haben, an sich selbst zu glauben.
    Ihnen hinaushelfen aus ihren tiefen Senken,
    dass sie sich sehen mit anderen Augen.

    Er würde jede Bombe bereuen,
    die in seinem Namen gefallen ist
    und jede Kugel verabscheuen,
    auch abgefeuert von einem Christ.

    Er würde sich nicht verlieren im Glanz
    der Spiegel, der Uhren und Dekorationen.
    Er hätte zu all dem eine Distanz
    und würde sich nicht mit ihnen belohnen.

    Er würde sein Hab und Gut teilen,
    mit denen, die wenig haben.
    Er würde bei ihnen verweilen,
    auch an ihren schlechten Tagen.

    Ich würde mir wünschen, wie er zu sein,
    nicht wie alle anderen Menschen.
    Manchmal wünsch ich es mir insgeheim,
    manchmal muss ich mit mir selber kämpfen.

    Die meisten Menschen würden ihn wohl nicht mögen,
    sie würden sich neidvoll mit ihm vergleichen.
    Sie vergleichen alles: ihr Leben, ihre Liebe, ihr Vermögen
    Und nie werden sie sich selber ausreichen.

    Doch bräuchte er nicht um Mensch zu sein,
    genau wie wir Fehler und Bedauern?
    Braucht es nicht genau diese Pein,
    zum Überwinden unserer Mauern?

    Können unser Wille und unser Handeln,
    –  die Dinge, die uns menschlich machen –
    nicht die ganze Welt verwandeln?
    Zeigen sie nicht die Starken und die Schwachen?

    Und all unsere Wünsche können wahr werden,
    wenn wir an uns glauben und zusammenschließen,
    dann werden wir selber die Lichter auf Erden
    und können gemeinsam das Leben genießen.

    Und jede Krise können wir überstehen,
    auch wenn vieles aussichtslos erscheint.
    Wir müssen handeln, anstatt nur zuzusehen
    und das müssen wir miteinander vereint.

    Autorin: Franziska Jodl